Neuseeland

25. Februar 2011 07:09; Akt: 25.02.2011 09:38 Print

Hoffnung auf Überlebende schwindet

Bisher wurden nach dem schweren Erdbeben in der neuseeländischen Stadt Christchurch 113 Tote geborgen. Die Zahl wird noch steigen.

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Unter einer umgestürzten Statue des Stadtgründers aus dem 19. Jahrhundert fanden die Rettungsarbeiter ein handgeschriebenes Pergament in einer Flasche und einen versiegelten Kupferzylinder, in dem historische Dokumente vermutet werden. Die Statue stand auf dem Hauptplatz der Stadt nahe der historischen Kathedrale. Während des Erdbebens am vergangenen Dienstag stürzte sie um. Museumsexperten untersuchen nun die Gegenstände. Die Presslufthammer schwiegen, die Kirchenglocken läuteten und über dem Parlamentsgebäude der Hauptstadt Wellington erklang ein maorisches Klagelied: Die Welt stand für zwei Minuten still, um der vermutlich 240 Erdbebenopfer zu gedenken. Das Erdbeben der Stärke 6,3 hatte am 22. Februar 2011 um 12.51 Uhr Ortszeit Christchurch erschüttert und schwere Schäden angerichtet, wie das Leser-Bild zeigt. Auf den Strassen der zweitgrössten neuseeländischen Stadt herrschte Angst und Panik. Das Beben liess den Turm der örtlichen Kathedrale umstürzen. «Der Turm ist einfach abgebrochen», berichtet Leser-Reporter Philippe Mösch. Der 25-Jährige hat das Beben in seiner Sprachschule miterlebt. Zahlreiche weitere Gebäude stürzten ein und begruben Menschen unter sich. Zahlreiche Menschen sind bei dem Erdbeben in Neuseeland ums Leben gekommen. Die Rettungsarbeiten wurden durch zahlreiche Nachbeben behindert. Das Zentrum des Erdstosses lag rund zehn Kilometer südwestlich von Christchurch. Die Erde bebte nach Augenzeugenberichten mehr als eine Minute lang. Tausende Menschen flüchteten aus der Innenstadt.

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Am Tag drei nach dem schweren Erdbeben gibt es in der neuseeländischen Stadt Christchurch kaum noch Hoffnungen, Überlebende zu finden. Die Chancen würden zusehends sinken, teilte die Regierung am Freitag mit.

Nach Angaben der Polizei wurden bisher 113 Tote geborgen und in eine provisorische Leichenhalle gebracht. «Wir befürchten, dass die Zahl der Toten viel höher sein könnte, als wir bisher angenommen haben», sagte Ministerpräsident John Key.

In der Nacht zum Freitag habe es keine erfolgreichen Rettungen gegeben, hiess es. Mehr als 200 Menschen könnten noch unter Trümmern eingestürzter Gebäude verschüttet sein.

Schäden von 12 Milliarden Dollar

«Wir hoffen weiter, dass Menschen gerettet werden, aber es wird unwahrscheinlicher», sagte Zivilschutzminister John Carter. Seit Mittwoch wurden keine Überlebenden mehr geborgen.

Das Beben der Stärke 6,3 war eines der heftigsten in Neuseeland seit 80 Jahren. Seitdem sind hunderte Experten, auch aus dem Ausland, mit Spürhunden, Spezialkameras und Ortungsgeräten im Einsatz, um nach Lebenszeichen zu suchen.

Experten schätzen die Schäden auf bis zu 12 Mrd. Dollar. In der Stadt Christchurch sowie in einigen Vororten wurden insgesamt mehrere Tausend Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Key erklärte das Erdbeben zur nationalen Katastrophe.

(sda)