Studie im Gang

10. Juni 2010 23:29; Akt: 10.06.2010 23:35 Print

Hunderte Tote wegen der Pille?

Die Pillen Yasmin und Yaz könnten in den letzten Jahren weltweit fast 200 Todesopfer gefordert haben. Swissmedic bestätigt diese Zahlen.

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Celine kann nach Einnahme der Pille Yasmin heute weder sprechen noch gehen. (SF)

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Lange Zeit gab es fast keine Zahlen zu Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille. Interne Daten der US-Gesundheitsbehörde FDA, die «10 vor 10» vorliegen, zeigen erstmals auf, welche Risiken hormonelle Verhütungsmittel wirklich bergen. Die FDA-Datenbank listet weltweite Verdachtsmeldungen von Ärzten, Spitälern, Pharma-Unternehmen und Privatpersonen zu Nebenwirkungen auf. «10 vor 10» hat daraus die Fälle der am häufigsten verkauften hormonellen Verhütungsmittel aufgelistet. Dabei handelt es sich um die Pillen Yasmin und Yaz, das Verhütungspflaster Evra und den Nuvaring. Das Resultat: An Yasmin könnten rund 140 Frauen, an Yaz 50 gestorben sein. Beim Nuvaring könnte es sich um 40, bei Evra um 130 Tote handeln. Bei der FDA ist zurzeit eine grossangelegte Studie über die Todesfälle im Gange. Die Leiterin der Marktüberwachung bei Swissmedic, Karoline Mathys, bestätigt die FDA-Zahlen: «Wenn man die internationalen Sicherheitsdaten anschaut – dann entspricht es dieser Grössenordnung.»

Die betroffenen Pharma-Unternehmen Bayer, Janssen Cilag und Essex Chemie wollten zu den konkreten Zahlen der Todesfälle keine Stellung nehmen. Sie betonten aber, dass es sich um sogenannte Spontanmeldungen handle. Diese gäben nicht immer ein vollständiges Bild ab, weil Informationen über Vorerkrankungen und Veranlagungen häufig fehlten. Sie hätten somit keine Aussagekraft über das Risiko eines Medikamentes.

(dra)