Unschuldig im Gefängnis

23. November 2018 17:55; Akt: 23.11.2018 17:55 Print

Ihm drohte lebenslänglich – bis ein Selfie auftauchte

Seine Ex beschuldigte ihn, sie geschlagen und geritzt zu haben – doch ein Bild bewies, dass Cristopher Precopia die Tat gar nicht begangen haben konnte.

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Christopher Precopia aus Cedar Park im US-Staat Texas ist unschuldig. Dass das jetzt allen klar ist, hat der 21-Jährige einem Selfie zu verdanken. Precopia war von seiner Ex-Freundin beschuldigt worden, in ihr Haus eingedrungen zu sein, sie ins Gesicht geschlagen und mit einem Teppichmesser ein «X» in ihre Brust geritzt zu haben. Nur: Zum Zeitpunkt der Tat war der junge Mann mit seiner Mutter bei einer Veranstaltung im rund 100 Kilometer entfernten Austin.

Die Polizei tauchte am 22. September 2017 an Precopias Arbeitsplatz auf und nahm ihn fest. Verwirrt erklärte er den Beamten, seit zwei Jahren nicht mehr mit seiner Ex gesprochen zu haben. Trotzdem wurde er angeklagt – wegen schweren Einbruchs in eine Wohnung mit der Absicht, weitere Straftaten zu begehen. Im schlimmsten Fall drohten ihm 99 Jahre Haft.

Die Ex-Freundin ist geständig

Precopias Mutter Erin wusste aber, dass ihr Sohn unschuldig war, weil beide am 20. September 2017 um 19.20 Uhr – zum Zeitpunkt des vermeintlichen Angriffs – gemeinsam für ein Selfie posiert hatten. Precopias Glück: Seine Mutter hatte ihn auf dem Facebook-Foto markiert und den genauen Standort angegeben. Funkzellendaten bestätigten zudem, dass beide im Renaissance Austin Hotel gewesen waren.

Doch die stichhaltigen Beweise halfen zunächst nichts. Wie «Dallas News» berichtet, hielt die örtliche Polizei an den Vorwürfen fest und gab dem Angeklagten nicht einmal die Möglichkeit, sich zu den Anschuldigungen zu äussern.

Erst neun Monate später zeigte sich die Staatsanwaltschaft durch das vorgelegte Selfie von der Unschuld des jungen Mannes überzeugt und liess die Anklage gegen Precopia endgültig fallen. Auch deshalb, weil die Anklägerin schliesslich gestand, die Tat inszeniert zu haben, um ihren Ex-Freund wegen der schwierigen Beziehung in der Vergangenheit zu bestrafen. Nun überlegt sich die Familie des Mannes, rechtlich gegen die junge Frau vorzugehen.

(kle)