Adoption

11. September 2008 22:45; Akt: 11.09.2008 23:23 Print

Immer weniger Schweizer können ein Kind adoptieren

von Nico Menzato - Für zwei Drittel der adoptionswilligen Schweizer bleibt der Kinderwunsch ein Wunschtraum.

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Um die Fruchtbarkeit bei jungen Schweizer Männern steht es nicht zum Besten, wie kürzlich eine Nationalfonds-Studie zeigte. Auch ein Kind zu adoptieren wird immer schwieriger: Zwei Drittel der Gesuchsteller konnten im letzen Jahr trotz Eignung kein Kind adoptieren. Seit 2005 sind die internationalen Adoptionen – entsprechend dem internationalen Trend – auch in der Schweiz stark rückläufig. Während im Jahr 2004 noch 557 Kinder aus dem Ausland adoptiert wurden, waren es 2007 nur noch 299. Dazu kamen 21 heimische Kinder. Vielen Herkunftsstaaten gelingt es heute, die Kinder bei Familien im eigenen Land unterzubringen, erklärt das Bundesamt für Justiz.

Mit dieser zunehmenden Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage steige die Gefahr von Missbräuchen. Illegaler Kinderhandel floriert vor allem in Osteuropa und Lateinamerika. In Guatemala existiert bereits eine sehr lukrative Adoptions-Industrie.

Unicef befürwortet grundsätzlich Adoptionen innerhalb der Landesgrenzen: «Für das Kind ist es wichtig, dass es wenn möglich in der eigenen Kultur bleibt. ­Eine Entwurzelung und Neuintegration kann problematisch sein», so die Geschäfts­leiterin des Kinderhilfswerks, Elsbeth Müller.