Neuseeland

23. Dezember 2011 06:44; Akt: 23.12.2011 15:04 Print

In Christchurch bebte die Erde

Mitten in der hektischen Vorweihnachtszeit wurde die neuseeländische Stadt Christchurch von einem Erdbeben heimgesucht. Mindestens 19 Menschen wurden verletzt.

So berichtet das neuseeländische Fernsehen. (Quelle: youtube.com)
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Die zweitgrösste neuseeländische Stadt Christchurch kommt nicht zur Ruhe: Zehn Monate nach dem verheerenden Beben mit über 180 Toten erschütterte eine Serie von Erdbeben am Freitag die Stadt. Mindestens 19 Menschen wurden verletzt.

Nach dem ersten Erdstoss der Stärke 5,8 folgten mindestens zwei weitere Beben von 5,3 und 5,9, wie die US-Geologiebehörde USGS mitteilte. Die Schäden hielten sich nach ersten Angaben in Grenzen, aber unter den Einwohnern breitete sich Panik aus.

«Es fing langsam an und wurde dann richtig wild», beschrieb eine Einwohnerin das Beben. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lagen die Epizentren der beiden schwersten Erdstösse 26 und 16 Kilometer von der Stadt entfernt.

Panikattacken und Atemnot

Die Stadt hat seit September 2010 eine beispiellose Serie von Erdbeben erlebt. Das schlimmste passierte im Februar: Mit einer Stärke von 6,3 zerstörte oder beschädigte es in der Innenstadt mehr als 900 Gebäude; über 180 Menschen kamen ums Leben.

Die meisten Menschen erlitten am Freitag Panikattacken und Atemnot, berichtete ein Sprecher des Notdienstes im Radio. Auch die Notaufnahmen in den Spitälern behandelten zahlreiche Patienten mit ähnlichen Symptomen. Nach ersten Informationen wurde niemand durch herabfallende Steine oder einstürzende Wände verletzt.

Stromausfall

Allerdings erhielten bereits vorher beschädigte Gebäude weitere Risse und stürzten teilweise ein, der Strom fiel in mindestens 26 000 Haushalten aus, Schlammlawinen blockierten Strassen und von einigen Steilwänden in Vororten stürzten Gesteinsbrocken herab.

Der Flughafen wurde geschlossen und die Terminals evakuiert. Rund 40 Flüge wurden umgeleitet, damit Sicherheitskräfte die Landebahnen auf Risse untersuchen konnten. Einkaufszentren wurden ebenfalls evakuiert. An der Kathedrale in der Innenstadt gingen die Reste des schon im Februar schwer beschädigten Rosettenfensters vollends zu Bruch, berichtete der Dekan im Fernsehen.

Die Stadt war bei dem ersten Erdstoss um 13.58 Ortszeit voller Menschen, die letzte Weihnachtseinkäufe machten. In Neuseeland begannen am Freitag auch die langen Sommerferien. Das Beben war nach Angaben von Einwohnern in weiten Teilen der Südinsel und bis in den Südteil der Nordinsel zu spüren.

Insel auf Feuerring

In Neuseeland sind Erdbeben keine Seltenheit. Der Inselstaat liegt auf dem pazifischen Feuerring, auf dem mehrere Kontinentalplatten zusammentreffen. In dem Gebiet ereignen sich jährlich bis zu 15 000 Erdstösse. Im November hatten Experten vor einem weiteren schweren Erdbeben in Christchurch gewarnt.

«Wir wussten, dass wir mit Nachbeben rechnen mussten», sagte Stadtpräsident Bob Parker am Freitag. Ein schwerer Erdstoss mit einer Stärke von ungefähr 6,0 sei innerhalb eines Jahres vorausgesagt worden.

«Und der scheint jetzt gekommen zu sein», sagte Parker. Der Stress, den die ständigen Erdbeben den Bewohnern von Christchurch bereiteten, dürfe nicht unterschätzt werden. Neuseelands Regierungschef John Key bekräftigte, dass die Regierung an ihrem Wiederaufbauplan festhalte.

(sda)