Tierliebe

02. Mai 2016 19:53; Akt: 02.05.2016 19:53 Print

Inderin säugt Baby – und Bambi

Den indischen Bishnoi sind verwaiste Tierbabys genauso wichtig wie ihre eigenen Kinder. Die Frauen verfüttern sogar ihre eigene Milch.

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Anhänger der indischen Religionsgemeinschaft Bishnoi töten keine Tiere und essen kein Fleisch. Ihr Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen geht so weit, dass sie Waisenkinder aus der Tierwelt wie ihren eigenen Nachwuchs behandeln. Dazu gehört auch, dass die Frauen der Gemeinschaft mutterlosen Säugetieren verwaisten Rehkitzen, Hirschkälbern oder Gazellenjungen die Brust geben.

«Diese Rehkitze sind mein Leben und wie meine eigenen Kinder», sagt Mangi Devi Bishnoi, eine 45-jährige Dorfbewohnerin im indischen Bundesstaat Rajasthan, der «Daily Mail». Sie gibt den Tierbabys Milch und Nahrung und sorgt auch sonst dafür, dass es ihnen an nichts fehlt.

«Sie verstehen unsere Sprache»

Für die 21-jährige Roshini Bishnoi, die ebenfalls ein Rehkitz mit der eigenen Milch füttert, sind die Tiere wie Brüder und Schwestern. «Ich bin mit ihnen aufgewachsen», berichtet sie. «Wir spielen mit ihnen und kommunizieren miteinander. Sie verstehen unsere Sprache», ist die junge Frau überzeugt. Es liege in der Verantwortung der Bishnoi, die tierischen Waisenkinder aufzuziehen.

Die im Norden Indiens beheimateten Bishnoi leben seit etwa 500 Jahren nach 29 ökologischen und spirituellen Geboten. Der Verzehr von Fleisch und das Töten von Tieren ist ihnen ebenso verboten wie das Fällen von Bäumen. Die Bishnoi vertreiben Wilderer und Jäger aus den von ihnen bewohnten Gebieten. Ihre Religion hält sie sogar dazu an, Schafe und Ziegen, die anderswo geschlachtet werden sollen, zu retten und bei sich wohnen zu lassen. Gegründet wurde die religiöse Gemeinschaft im 15. Jahrhundert von Guru Jambheshwar.

Dieses Video zeigt, wie eine Bishnoi-Familie eine verwaiste Gazelle aufzieht.

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E. H. am 02.05.2016 21:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mensch sein

    Was hier als Schlagzeile daher kommt ist bei einigen indigenen Völkern absolut normal. So ziehen z.Bsb auch das Volk der Awá im Amazonasgebiet verwaiste Tierbabies als Teil ihrer Familie liebevoll auf mit all den Mittel die ihnen zur Verfügung stehen. Dies nicht etwa aus religiösen Gründen sondern aus Respekt und Mitgefühl. Warum in unserer Gesellschaft solche Menschen oft als primitiv bezeichnen werden, obschon sie uns, in vielerlei Hinsicht Vorbild sein könnten wie die Menschheit in Symbiose mit der Natur leben kann, ist mir rätselhaft.

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  • Frau am 02.05.2016 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Wenn ich solche Berichte lese, glaube ich wieder an das Gute im Menschen. Vielen Dank

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  • Paulo Martins am 02.05.2016 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bemerkenswert

    Bemerkenswert Haben mein Respekt voll verdient, dann sollte man eben mit der Natur umgehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Carma80 am 03.05.2016 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fantastisch:)

    So sollte es sein, das sind gute Nachrichten, gefällt mir. Das sie auch noch Wilderer verjagen rettet meinen Tag. Interessante Glaubensgemeinschaft.

  • Sani am 03.05.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kuhmilch

    Ich finde das toll. Und für die denen es "zu weit" geht, was ist mit der Kuhmilch, die in Unmassen getrunken wird?! Ah ja, kommt ja aus der Verpackung...

  • marc am 03.05.2016 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    wäre dies in der Schweiz passiert, würde es vor Kritik nur so hageln!! Einfach verachtenswert diese Doppelmoral hier!!

  • hebamme am 03.05.2016 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kuhmilch

    all denen es zu weit geht, sollten konsequenterweise auch keine kuhmilch trinken;) das ist ja eigentlich auch nicht natürlich... milch ist milch.. ob jetzt vom mensch oder vom tier...

  • Jane38 am 03.05.2016 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stillen

    ich liebe tiere sehr wäre aber nie auf die idee gekommen welche zu stillen. gut das ist deren religion und solange niemand zu schaden kommt sollen die frauen das doch tun ehe das tier verendet

    • Bashkim am 03.05.2016 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jane38

      Hygienisch gesehen schlecht für das Rehkitz, hoffe, geht trotzdem gut.

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