Indonesien

02. November 2018 18:17; Akt: 02.11.2018 18:17 Print

Behörden finden Mängel in zwei weiteren Boeing 737

Nach dem Flugzeugabsturz einer Boeing liess die indonesische Regierung alle Maschinen desselben Typs überprüfen. Zwei Flugzeuge zeigten dabei Auffälligkeiten.

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Am 29. Oktober 2018 stürzte ein Flugzeug der Lion Air ins Meer. 189 Menschen kamen ums Leben. Es ist nur einer von unzähligen Flugunfällen in Indonesien... Am 21. Oktober 2018 sollte ein Flugzeug der Wings Air auf der Landebahn des Flughafens Halim Perdanakusuma in Ost-Jakarta starten. Dabei stiess es mit einem Abschleppwagen zusammen. Der Flug wurde im Anschluss gestrichen. Verletzt wurde niemand. (Bild: Google Maps) Um 6 Uhr am 10. Oktober 2018 sollte ein Flugzeug vom Flughafen Beoga starten. Dieses rutschte allerdings beim Startversuch und konnte nicht abfliegen. Es befand sich nur ein Pilot im Flieger, der nicht verletzt wurde. (Bild: Google Maps) Ein Flugzeug des Typ Pilatus Porter crashte am 12. August 2018 in der Provinz Papua. Es wurde später zerstört gefunden und die Leichen von acht Personen konnten geborgen werden. (Symbolbild) Am 29. April 2018 rutschte ein Flugzeug der Lion Air beim Abflug aufgrund des starken Regenfalls auf der Piste. Es hob allerdings ab und konnte beinahe eine Stunde später sicher landen. Am internationalen Flughafen von Kualanamu in Deliserdang ereignete sich am 2. August 2017 ein Zusammenstoss zwischen einer Maschine der Wings Air und einem Flugzeug der Lion Air. Verletzt wurde dabei allerdings niemand. Am 18. Dezember suchten Rettungskräfte die Umgebung eines abgestürzten indonesischen Militärflugzeug ab. Dieses war bei Wamena in den Bergen verunfallt. Dabei starben alle Insassen. Am 3. Dezember 2016 ist ein Flugzeug der nationalen Polizei bei den Riau Inseln ins Meer gestürzt. Dabei sind 13 Personen gestorben. (Bild: Google Maps) 54 Menschen starben bei einem Flugzeug Unglück im August 2015 in Pegunungan. Ein Militärflugzeug stürzte am 1. Juli 2015 in Medan in Nordsumatra nur zwei Minuten nach dem Abflug ab. 141 Personen kamen dabei ums Leben. Eine Bruchlandung legte dieses Flugzeug im Juni 2013 auf dem Flughafen El Tari hin. Aller 50 Passagiere blieben dabei unversehrt. Im September 2014 verfehlte ein Flugzeug der Lion Air in Bali die Landebahn und stürzte ins Meer. Alle 108 Passagiere überlebten, einige wurden verletzt. Ein indonesisches Militärflugzeug stürzte im Juni 2012 in Jakarta ab. Dabei starben sechs Personen. Eine Boeing 737 schoss im April 2010 am Renani Flughafen über die Landebahn hinaus. Dabei wurden 20 Personen verletzt. Im Mai 2009 stürzte ein Militärflugzeug in Java ab und brannte aus. Dabei wurden 57 Personen getötet und viele weitere verletzt. Im März 2007 war ebenfalls eine Boeing 737 der Garuda Indonesia Airline beim Adisucipto Flughafen abgestürzt. 20 Personen wurden getötet.

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Nach dem Absturz einer indonesischen Passagiermaschine sind bei zwei Flugzeugen desselben Typs «kleine Mängel» entdeckt worden. Bei einer Boeing 737 MAX 8 habe es ein Problem mit der «Cockpit-Instrumentenanzeige» gegeben, bei der zweiten sei den Kontrolleuren ein Defekt im Stabilisierungssystem aufgefallen, teilte das indonesische Verkehrsministerium am Freitag mit. In beiden Fällen seien die fehlerhaften Teile ausgetauscht worden.

Nach dem Absturz einer brandneuen Boeing 737 MAX des Billigfliegers Lion Air hatte das Ministerium eine Überprüfung aller Maschinen desselben Typs im Betrieb indonesischer Fluggesellschaften angeordnet. Seinen Angaben zufolge wurde bisher ein halbes Dutzend der zehn betroffenen Maschinen kontrolliert.

Auch abgestürztes Flugzeug hatte Probleme

Die Boeing mit 189 Menschen an Bord war am Montag kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer gestürzt. Laut Lion Air hatte sie auf dem vorangegangenen Flug ein technisches Problem, das aber behoben wurde. Daten spezialisierter Internetseiten deuten darauf hin, dass es Probleme mit den Höhen- und Geschwindigkeitsanzeigen gab. Die Sorge ist, dass die Probleme mit dem neuen Boeing-Modell 737 MAX 8 zusammenhängen.

Der britische Experte Stephen Wright vermutet ein mögliches Problem mit dem neuen Pitot-Statik-System, das die Bordinstrumente unter anderem mit Angaben zur Fluggeschwindigkeit und -höhe speist.

Aufschluss könnten die beiden Flugschreiber der Unglücksmaschine geben, die alle wichtigen Flugdaten sowie die Gespräche im Cockpit aufzeichnen. Am Donnerstag wurde der Flugdatenschreiber gefunden, die Suche nach dem Stimmenrekorder ging hingegen am Freitag weiter. Auch der Rumpf der Maschine wurde bis Freitag noch nicht gesichtet. An den Untersuchungen zur Unglücksursache beteiligen sich auch Experten von Boeing und der US-Verkehrssicherheitsbehörde.

(afp)