Trend mit Risikopotenzial

04. Dezember 2008 23:05; Akt: 04.12.2008 23:06 Print

Industrie setzt auf Freeriden – Lawinentote sind absehbar

von Nico Menzato - Skigebiete werben mit jungfräulichen Neuschneehängen, die Schneesportindustrie setzt auf Freeride- Kollektionen. Lawinentote sind vorprogrammiert.

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Trend mit Risikopotenzial: Mit solchen Plakaten werben Skigebiete derzeit fürs Freeriden. (Nicolas Y. Aebi)

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Der Trend, abseits der Piste zu fahren, wird sich auch diesen Winter ungebrochen ver­stärken. Skigebiete werben mit Plakaten explizit für das reizvolle Gleiten über einen Neuschneehang. Das aktuelle Sujet von Laax GR etwa zeigt einen Skifahrer über eine Klippe springen. Auch die Schneesportmarken setzen auf diesen Trend und bringen derzeit diverse Freeride-Kollektionen heraus. Ochsner Sport habe die Freeride-Abteilung stark ausgebaut, sagt etwa ihr Sprecher Steve ­Schennach zu Radio 24.

«Freeriden verbieten können und wollen wir nicht. Bewegungsfreiheit ist ein Grundrecht», so Heinz Walter Mathys, Präsident der Kommis­sion für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten. Problematisch seien aber jene Personen, die ohne Lawinenkenntnisse und ohne entsprechende Ausrüstung die Pisten verlassen. «Diese bringen sich selbst und andere in Lebensgefahr», so Mathys. Mit La­winen-Checkpoints würden heute die meisten Gebiete Freerider über aktuelle Gefahren informieren. Auch präparieren diverse Bergbahnen gewisse Pisten nicht mehr. Sie sorgen aber mit Lawinensprengungen für Sicherheit.