Erfolg für Japan

25. Juni 2010 16:55; Akt: 25.06.2010 17:01 Print

Interpol jagt Walfanggegner

Japan gewinnt im Streit mit Walfanggegnern eine Runde: Der Gründer einer Meeresschutzorganisation wird nun auf Druck von Tokio mit internationalem Haftbefehl gesucht.

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International gesucht: Aktivist Paul Watson. (Bild: Keystone/AP)

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Paul Watson von der Tierschutzgruppe «Sea Shepherd» sei seit Mittwoch auf der Fahndungsliste von Interpol, sagte die japanische Küstenwache am Freitag. Der Aufenthaltsort des 59-jährigen Kanadiers sei unbekannt.

Jedes Jahr versuchen die Umweltaktivisten, die japanische Walfangflotte im Südpolarmeer bei ihrer Jagd auf die Meeressäuger zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken zu stören. Naturschützer und mehrere Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) werfen Japan vor, unerlaubterweise kommerziellen Walfang zu betreiben. Denn nur der Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken ist die Ausnahme, die das Moratorium der IWC von 1986 zulässt.

Die japanische Küstenwache erwirkte bereits im April einen gerichtlichen Haftbefehl gegen Watson, nachdem der Umweltaktivist Peter Bethune von «Sea Shepherd» im Februar ein japanisches Walfangschiff geentert hatte. Dies soll auf Anweisung Watsons geschehen sein.

Bethune droht eine zweijährige Haftstrafe. Dem neuseeländischen Walfanggegner wird unter anderem unerlaubtes Betreten der «Shonan Maru 2», Vandalismus und Körperverletzung vorgeworfen. Der Aktivist bekannte sich im Mai vor einem japanischen Gericht in allen Anklagepunkten ausser jenem der Körperverletzung schuldig. Ein Urteil wird für den 7. Juli erwartet. «Sea Shepherd» hat Bethune mittlerweile aus der Organisation ausgeschlossen, da er gegen den Grundsatz der Waffenlosigkeit verstossen habe.

(ap)