Privatsphäre verletzt

27. Mai 2014 16:49; Akt: 27.05.2014 16:49 Print

Iranisches Gericht lädt Zuckerberg vor

Die Facebook-Apps Instagram und Whatsapp sollen im Iran blockiert werden, hat ein Richter angeordnet. Den Chef des Social-Media-Konzerns will er gleich selbst ins Verhör nehmen

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Ein iranischer Richter hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg für eine Befragung vorgeladen. Der Chef des amerikanischen Social-Media-Unternehmens solle vor dem Gericht Stellung nehmen zu Vorwürfen von Privatpersonen, wonach die Facebook-Apps Instagram und Whatsapp deren Privatsphäre verletzten, berichtete die halbstaatliche Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Zudem habe der Richter angeordnet, die beiden Programme zu blockieren.

Dass Zuckerberg tatsächlich im Iran erscheinen wird, gilt jedoch als höchst unwahrscheinlich - auch weil es kein Auslieferungsabkommen zwischen dem Iran und den USAgibt. Bereits in den vergangenen Jahren hatten andere iranische Gerichte ähnliche Forderungen gestellt, denen jedoch nicht nachgekommen wurde.

Ein anderes iranisches Gericht hatte vergangene Woche ebenfalls eine Blockierung der Foto-Plattform Instagram angeordnet. Bislang ist das Programm aber im Iran noch zugänglich. Facebook ist bereits offiziell in dem Land verboten, ebenso wie Twitter und YouTube. Tatsächlich gibt es aber immer wieder Möglichkeiten, dies zu umgehen. Einige ranghohe Staatsvertreter nutzen die sozialen Medien auch, so ist etwa Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif selbst auf Twitter aktiv.

(sda)