Geschützte Tierart

16. Juli 2018 15:25; Akt: 16.07.2018 17:18 Print

Isländer sollen Blauwal geschlachtet haben

Gewisse Walarten dürfen in Island von Gesetzes wegen gejagt werden. Der Blauwal gehört nicht dazu. Gentests sollen nun Aufschluss geben.

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Die Walfangfirma Hvalur hat offenbar einen in Island geschützten Blauwal gefangen und geschlachtet. Wichtige Merkmale würden auf diese Spezies hindeuten, wie die Walschutzorganisation Sea Shepherd in den sozialen Medien mitteilte. «Darunter seien Hautfarbe, Bartenfarbe, Rückenflossenform und Schwanzflosse. Seit über 50 Jahren wurde kein einziger Blauwal harpuniert – bis zur Nacht des 7. Juli 2018», schreibt die Organisation. Das Tier wurde zur Walfangstation in Hvalfjörður gebracht.


Trotz Verbot: Fischer töten und schlachten Blauwal. (Video: Tamedia/Storyful)

Blue whales... The biggest animal to ever have lived on this planet. It's massive size has earned it the latin name "Balaenoptera musculus", and its grace, swimming across the planet is legendary. Blue whales were almost hunted to extinction in the mid 1900's, until a moratorium was placed on whaling by the International Whaling Commission. Not a single blue whale was harpooned for over fifty years, until the night of July 7th 2018, where the icelandic whaling vessel "Hvalur 8" harpooned an endangered blue whale inside icelandic waters. The whalers do have a license from the Icelandic government to hunt the #endangered fin whales, but hunting Blue Whales is, luckily, still outlawed in Iceland. Despite this, the whalers cut up the whale like any other catch and boxed it, likely for shipping to, and selling in Japan. Read more details about this incident on our Facebook page or our website. Please let the Icelandic government know what you think of this in the comments. 📷 Michael L. Baird #BlueWhale #ExtinctionIsForever #Iceland #Whaling

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Zwar habe die isländische Regierung den Walfängern die Jagd auf die bedrohten Finnwale gestattet, das Jagen von Blauwalen sei aber glücklicherweise immer noch verboten, so Sea Shepherd weiter.

«Aufgrund des Aussehens und der Färbung des Unterkiefers und der Bartenplatten kann es kein Finnwal sein. Die fleckig-graue Färbung des Körpers deutet auf einen Blauwal hin, sodass der fragliche Wal entweder ein Blauwal oder ein Blau-Finnwal-Hybrid ist», sagte die Walexpertin Marianne Rasmussen von der isländischen Universität von Húsavík nach einer Mitteilung der Wal- und Delfinschutzorganisation WDC. «Für eine definitive Aussage sind genetische Tests notwendig.» Weitere internationale Wal-Experten hätten der Mitteilung zufolge die Analyse von Dr. Rasmussen bestätigt. Die Walfänger sind verpflichtet, von jedem gefangenen Tier Proben zu nehmen. WDC hat sich an die isländischen Behörden gewandt und um eine schnelle Veröffentlichung der Tests gebeten.

Warum der Walfang für die Isländer überhaupt interessant ist, erklärte Roland Gramling von der Umweltorganisation WWF der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Ausgabe vom Samstag): «Island fängt unter Artenschutz stehende, bedrohte Wale und verkauft das Fleisch an Japan, weil der dortige Markt angeblich danach verlangt.»

(kaf)