Verletzte Touristen

02. Dezember 2010 22:28; Akt: 03.12.2010 10:14 Print

Ist der Hai angelockt worden?

von Andy Fischer - Ein Hai greift bei Scharm el-Scheich vier Taucher an und verletzt sie schwer. Sind Bade- und Tauchferien am Roten Meer gefährlich?

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Taucher filmen einen Weissspitzen-Hochseehai. Dr. Alexander Godknecht (kleines Bild). (Imago)

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Die russischen Taucher befinden sich nach wie vor in kritischem Zustand im Spital. Sie wurden vermutlich alle vom gleichen Tier – einem Weissspitzen-Hochseehai - angegriffen (20 Minuten berichtete). Wie konnte es zum Zwischenfall kommen? «Vielleicht hat der Ausflugsleiter Haie mit Fischabfällen angelockt», spekuliert Dr. Alexander Godknecht, Präsident der Haistiftung. «Wenn Haie Futter erwarten, besteht natürlich die Gefahr, dass sie einfach zubeissen, wenn sich im Wasser etwas bewegt.» Für den Spezialisten ist klar: Seriöse Anbieter lassen das mit dem Anlocken. Und wenn man auf dem Tauchgang trotzdem auf einen Hai trifft? Godknecht: «Dann besteht keine Gefahr, wenn man Respekt vor den Tieren zeigt. Begegnet man auf einer Safari einem Löwen, streichelt man diesen ja auch nicht.»

Scharm el-Scheich gehört zu den ganz beliebten Reisezielen der Schweizer. Bade- und Tauchferien am Roten Meer sind für Kuoni-Sprecher Peter Brun unbedenklich. Und: «Die Angriffe fanden nicht in Strandnähe statt, sondern auf dem Meer draussen bei den Riffen.» Der Reiseunternehmer vermittle nur seriöse Tauchschulen.Wie gross die Gefahr, die von Haien ausgeht, für Menschen ist, zeigt der Blick auf die Statistik. Pro Jahr kommt es weltweit im Durchschnitt zu 60 Attacken mit fünf bis sechs ­Todesfällen. Haispezialist Godknecht: «Es ist also wesentlich wahrscheinlicher, in New York von einem Menschen gebissen zu werden als irgendwo auf der Welt von einem Hai.»