Neun Monate nach Tsunami

16. Dezember 2011 17:04; Akt: 16.12.2011 17:04 Print

Japanischer Hausrat in Kanada angespült

Seit Tagen werden an einer kanadischen Küste asiatische Haushaltsgegenstände angeschwemmt - vermutlich Trümmerteile des Tōhoku-Erdbebens. Und das dürfte erst der Anfang sein.

(Quelle: AP Television)
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Gesamte Wohnungseinrichtungen aus Japan haben Tausende von Kilometern überquert. Die Bewohner des kanadischen Küstenstädtchens Tofino entdeckten am Donnerstag am Strand leere Lufterfrischer-Dosen, Blechbehälter und Plastikflaschen - mit japanischer und chinesischer Aufschrift. Bei den angespülten Haushaltsgegenständen könnte es sich um Trümmerteile der verheerenden Tsunamikatastrophe im Nordwesten Japans vom März 2011 handeln.

Die angespülten Gegenstände dürften ein winziger Teil von Tonnen von Trümmermassen sein, die noch auf dem Pazifik treiben. Jean Paul Froment, Surfshop-Besitzer, fand jüngst am selben Strandabschnitt rund fünfzig Holzlatten, die mit vermutlich asiatischen Schriftzeichen und den Buchstaben «JP» versehen sind.

Grosse, schwarze Objekte angespült

Auch in den USA trafen mehrere mutmasslich aus Japan stammende Fragmente auf Land: Einwohner entdeckten am Neah Bay, nordwestlich des Bundesstaats Washington, mehrere grosse, schwarze Schwimmkörper, wie die Peninsula Daily News am Donnerstag berichtete. Die Meeresforscher Curtis Ebbesmeyer und Jim Ingraham rechnen damit, dass im Laufe des nächsten Jahres weitere Trümmerteile tonnenweise an pazifische Küstenregionen angeschwemmt werden.

Rund neun Monate nach dem Desaster werden erst leichte Teile an Land gespült, sagt Ebbesmeyer. Es sei gut möglich, dass später Fragmente von Häusern, Booten, Schiffen, Einrichtungsgegenständen, Autos und gar sterbliche Überreste an Land geschwemmt würden. Der Bürgermeister von Tofino rief die Bevölkerung auf, den angeschwemmten Gegenständen aus Japan mit Respekt zu begegnen: «Alles, was angespült wird, hängt mit einer einschneidenden menschlichen Tragödie zusammen.»

Am 11. März 2011 erschütterte das Tōhoku-Erdbeben mit einer Stärke von 9,0 auf der Richter-Skala Japan. Durch das Beben wurden ein Tsunami sowie eine Serie katastrophaler Unfälle im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi ausgelöst. Die Naturkatastrophe forderte über 15 000 Tote.

(dga)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jeiken am 16.12.2011 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    und der rest ...

    das meiste dürfte dann im grossen nord-pazifischen müll-strudel für die nächsten jahrhunderte seine kreise ziehen und fischen und vögeln als futter dienen. die natur wird noch lange an dieser katastrophe zu beissen haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • jeiken am 16.12.2011 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    und der rest ...

    das meiste dürfte dann im grossen nord-pazifischen müll-strudel für die nächsten jahrhunderte seine kreise ziehen und fischen und vögeln als futter dienen. die natur wird noch lange an dieser katastrophe zu beissen haben.