Car verunglückt

02. Juni 2011 09:44; Akt: 02.06.2011 11:13 Print

Junge Berner hatten «grossen Schutzengel»

Auf dem Rückweg von einem Freizeitpark ist in Südbaden ein Schweizer Reisebus mit 20 Kindern und Jugendlichen verunglückt. Der Fahrer erlitt Knochenbrüche, die Jugendlichen hatten Riesenglück.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Nach dem Unfall der Schweizer Reisegruppe wurden gestern Abend alle 20 Kinder und Jugendlichen vorsorglich in umliegende Spitäler gebracht. Gemäss Paul Gafner, Chef des gleichnamigen Reiseunternehmens, haben 18 der Reisenden im Alter zwischen 12 und 25 Jahren das Spital wieder verlassen. Zwei Jugendliche seien zur Kontrolle über Nacht im Spital geblieben. Sie seien nicht schwer verletzt.

Der Busfahrer wurde im Fahrzeug eingeklemmt. Die Feuerwehr musste ihn befreien, wie die Polizei in Freiburg im Breisgau mitteilte. Nachdem der Mann zunächst in Lebensgefahr geschwebt hatte, konnten die Ärzte seinen Zustand später stabilisieren, sagte Polizeichef Wolfgang Drescher. Gemäss Gafner erlitt er Knochenbrüche und musste operiert werden. Er konnte noch keinen Kontakt mit dem Chauffeur aufnehmen.

Der Mann arbeite seit insgesamt 12 Jahren als Aushilfsfahrer im Unternehmen, sagt Gafner zu 20 Minuten Online. Zu einem grösseren Zwischenfall sei es in all den Jahren nicht gekommen. Seit vier Jahren ist der Fahrer pensioniert, er fährt aber weiterhin wie früher als Aushilfsfahrer. «Er wurde vor allem für kürzere Fahrten eingesetzt», sagt Gafner. Wie alle Fahrer musste sich auch der verletzte Chauffeur regelmässigen Gesundheitschecks unterziehen lassen. Bei dem Unfallwagen handle es sich um einen modernen Car, der erst im letzten Jahr vorgeführt wurde.

Unfallursache unklar

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist nach wie vor unklar. Die Jugendlichen hatten den Tag im Europapark Rust verbracht und waren auf dem Heimweg. Der Reisebus kam nach Angaben der Polizei kurz vor 19 Uhr auf der Autobahn 5 in Fahrtrichtung Süden bei Heitersheim (Breisgau- Hochschwarzwald) aus ungeklärter Ursache rechts von der Fahrbahn ab und blieb erst in einem 20 Meter entfernten Wald stehen.

Viele Jugendliche waren nach dem Unglück sichtlich geschockt, wie die «Badische Zeitung» schreibt. Sie wurden von den Rettungskräften versorgt und in wärmende Decken eingepackt.

Sie hatten zweifellos Glück im Unglück. Denn wäre der Bus im Wald umgekippt, hätte es zu einer Katastrophe kommen können. Jürgen Bleile, Kommandant der Bad Krozinger Feuerwehr, konstatierte gegenüber der «Badischen Zeitung»: «Die Fahrgäste haben einen grossen Schutzengel dabei gehabt.»

Bus vor Mitternacht geborgen

Ein Sachverständiger begutachtete noch in der Nacht den Unfallort. Nach ersten Ermittlungen lägen keine Hinweise auf Fremdverschulden vor, teilte die Polizei mit. Der verunglückte Bus konnte vor Mitternacht geborgen werden.

Nach dem Unfall bildete sich ein Stau von mehreren Kilometern. Für Angehörige wurde eine Telefonhotline eingerichtet.

Im Einsatz waren neben einem Grossaufgebot der Polizei rund 60 Rettungskräfte, etliche Notärzte, Seelsorger und 35 Feuerwehrleute. Auch zwei Helikopter waren vor Ort – von denen aber nur einer gebraucht wurde, um den schwer verletzten Busfahrer in eine Klinik zu fliegen.

(meg/sda)