22. April 2005 11:00; Akt: 22.04.2005 11:04 Print

KKL Leibstadt lahmgelegt

Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) wird frühestens im September wieder Strom produzieren.

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Der Generatorschaden von Ende März hat sich als schwerwiegender als ursprünglich angenommen herausgestellt. Die Stromversorgung ist aber gewährleistet. Die genaue Ursache des Schadens ist nach wie vor nicht bekannt.

Ursprünglich sollte das KKL Ende Mai wieder ans Netz gehen. Nach der Freilegung der Schadenstelle am vergangenen Wochenende konnte der Umfang der notwendigen Reparatur konkreter, aber noch nicht abschliessend erfasst werden, wie die Verantwortlichen des KKL am Freitag an einer Pressekonferenz sagten. Sie rechnen nun damit, dass das KKL Anfang September wieder ans Netz kann. Möglich ist auch eine Verzögerung bis gegen Ende September, abhängig vom Ausmass der zu beschaffenden Ersatzteile.

Auf Grund einer Aufschmelzung von Eisen innerhalb der so genannten Pressplatte sei ihre Reparatur nicht mehr möglich, heisst es. Der Ersatz durch ein neu zu fertigendes Teil sei unumgänglich und habe entsprechende Auswirkungen auf den Zeitplan. Die Pressplatte mit einem Aussendurchmesser von drei Metern, einer mittleren Dicke von 25 Zentimetern und einem Gewicht von rund sieben Tonnen muss als Einzelstück erst hergestellt werden. Sollte sich auch der Zustand der zweiten Pressplatte als unbefriedigend erweisen, ist ein Betriebsausfall bis Ende September denkbar.

Obwohl sich die Kosten für den KKL-Betrieb auf täglich 1,3 Millionen Franken beziffern, rechnen die Verantwortlichen mit einem eher tiefen direkten Schaden aus dem Ereignis. Die Jahreskosten würden sich für die Leibstadt-Beteiligten durch den Generatorschaden nur geringfügig erhöhen, da dieser gegen «Maschinenbruch» bei einem Selbsthalt von 500.000 Franken, versichert ist. Ausserdem fallen auf Grund des Produktionsunterbruchs geringere Brennstoffkosten an. Der primäre Schaden falle somit letztlich wohl eher relativ gering aus. Eine weitere schadensdämpfende Massnahme sei die vorgezogene und inzwischen angelaufene Jahresrevision. Zur Kompensation des Stromausfalls soll Strom aus dem Ausland zugekauft werden.

Die endgültige Schadensursache des Ereignisses vom 28. März ist nach wie vor nicht restlos geklärt. Zum heutigen Zeitpunkt fallen als Schadensursache die Einwirkung von Fremdkörpern respektive Schäden an der Isolation der Wicklungen ausser Betracht. Die Untersuchungen gelten nun besonders der ursprünglichen Fertigungsweise sowie den damaligen Prüfmethoden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass nach 20-jähriger Betriebszeit Fertigungstoleranzen, obwohl damals zulässig, heute als Schadenauslöser gewirkt hätten, hiess es.

(ap)