05. April 2005 14:01; Akt: 05.04.2005 14:06 Print

Käsestreit zwischen Ost- und Westschweiz

Der Försterkäse aus Nesslau SG verletzt den Schutzumfang des Vacherin Mont-d'Or nicht: Zu diesem Schluss kommt das Kantonale Amt für Lebensmittelkontrolle (KAL) St. Gallen.

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Der Försterkäse weise eine erhöhte Schnittfestigkeit auf. Der Rindenreifen werde nicht gewechselt, so dass sich die Oberfläche nicht welle; zudem werde der Käse nicht in der Holzschachtel verkauft, wird der Entscheid begründet.

Diese Beurteilung unterstützt auch der Kantonschemiker des Kantons Waadt, wie sein St. Galler Kollege Hans Rudolf Hunziker am Dienstag vor den Medien erklärte. Im Kanton Waadt ist der Sitz der Sortenorganisation des Vacherin Mont-d'Or.

Ihr Rechtsvertreter Peter Sutter ist über das Ergebnis und das Verfahren selbst sehr enttäuscht, wie er sagte. Sutter bezeichnete die Schutzaufsicht der Kantonschemiker als nicht überzeugend. Zudem seien die Richtlinien während des Verfahrens geändert worden, um damit «Heimatschutz» zu betreiben.

Rekurs wird nicht ausgeschlossen

Weil der Entscheid noch nicht rechtskräftig sei, erspare er sich die Argumenation. Der Fall gehöre vor den Richter. Sutter schliesst auch einen Rekurs an das Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen nicht aus.

Die Käserei Krümmenswil sehe sich durch den Entscheid des KAL bestätigt, sagte ihr Rechtsvertreter Daniel Grunder. Der Försterkäse könne nicht mit dem Vacherin Mont-d'Or verglichen werden. Zudem werde beim Verkauf auf jegliche Anspielung auf den Käse aus der welschen Schweiz verzichtet.

Der St. Galler Kantonschemiker wurde im Herbst 2004 von seinem Neuenburger Kollegen darauf aufmerksam gemacht, dass der in der Ostschweiz seit zehn Jahren vermarktete Försterkäse dem seit 2003 AOC-(Appelation d'origine controllée)-geschützten Vacherin Mont- d'Or gleiche.

(sda)