Odyssee

21. Juni 2011 09:45; Akt: 21.06.2011 13:20 Print

Kaiserpinguin verirrt sich nach Neuseeland

Seltener Besuch: Ein Kaiserpinguin aus der Antarktis ist mindestens 3000 Kilometer bis an die Kapiti-Küste auf der Nordinsel Neuseelands geschwommen. Jetzt frisst er Sand, doch das ist gefährlich.

storybild

«Ich traute meinen Augen nicht, als ich dieses glitzernde weisse Ding dort stehen sah», berichtete Christine Wilton, die den etwa einen Meter grossen Pinguin bei einem Spaziergang mit ihrem Hund entdeckt hatte. (Bild: Keystone/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein junger antarktischer Kaiserpinguin hat bei seiner Wanderung offenbar die Orientierung verloren und ist in Neuseeland an Land gegangen.

Tierschützern zufolge ist der Pinguin etwa zehn Monate alt und 80 Zentimeter gross. Wahrscheinlich habe er bei der Jagd die Orientierung verloren. «Ich traute meinen Augen nicht, als ich dieses glitzernde weisse Ding dort stehen sah», berichtete Christine Wilton, die den etwa einen Meter grossen Pinguin am Montag bei einem Spaziergang mit ihrem Hund entdeckt hatte.

Kaiserpinguine verbringen so gut wie ihr ganzes Leben in der Antarktis und gehen eigentlich nie in der Nähe von Menschen an Land. Es ist 44 Jahre her, dass zuletzt ein wilder Kaiserpinguin in Neuseeland gesichtet wurde.

Pinguin frisst Sand

Kurator Colin Miskelly vom Neuseeländischen Museum sagte, das Tier sei vermutlich im vergangenen antarktischen Winter geboren worden. Der Pinguin mache einen gesunden Eindruck und verfüge über ausreichend Körperfett. Vermutlich sei er an Land gekommen, um auszuruhen.

Dennoch müsse der Pinguin sich bald wieder auf den Weg in seine antarktische Heimat machen, sagte Miskelly. Offenbar habe er bereits feuchten Sand gefressen. «Er weiss nicht, dass der Sand in seinem Inneren nicht schmelzen wird», sagte Miskelly. «Normalerweise fressen sie Schnee, das ist ihre einzige Flüssigkeitsquelle.» Dem Tier drohe jedoch keine Dehydrierung, da Kaiserpinguine auch in der Lage seien, Salzwasser zu trinken.

Was den Pinguin dazu getrieben hatte, 3000 Kilometer weit zu schwimmen, ist unklar. Die Behörde rief die Anwohner auf, den Pinguin in Ruhe zu lassen. er werde sicher wieder zurückschwimmen.

(sda/ap)