Facebook statt Fundbüro

27. Juni 2012 20:33; Akt: 28.06.2012 11:31 Print

Kamera verloren - 56 000 Freunde gewonnen

Ein Holländer findet in Amsterdam eine Kamera. Er veröffentlicht auf Facebook ein Bild, das über 56 000 Mal geteilt wird – und in nur einem Tag ist der kanadische Besitzer gefunden. Ein Social-Media-Märchen.

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Mit diesem Aufruf fand Roland van Gogh den Besitzer der Kamera wieder.

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Ein junger rothaariger Mann mit Sonnenbrille steht auf einer Brücke, hält ein Fahrrad und lacht in die Kamera. Neben ihm sitzt eine junge Frau auf dem Gepäckträger. Eine tolle Momentaufnahme.

Beinahe wäre das Ferienfoto für immer verloren gewesen. Der Mann liess seine Kamera mit diesem und 2800 weiteren Urlaubsbildern im Zug in Amsterdam liegen. Doch statt in Vergessenheit geriet dieses Bild in die Hände eines gewieften Finders.

Der Holländer Jan van Cappellen fand die Kamera im Zug. Statt sie dem Fundbüro zu übergeben, wollte er auf eigene Faust den Besitzer finden. «Ich schaute mir die Bilder an und suchte nach Hinweisen. Ich sah Irland, Rom, Paris und Amsterdam. Und fünf Mal sah ich den Jungen mit dem roten Haar», erzählte van Cappellen der holländischen Zeitung «Algemeen Dagblad

Mit einem Inserat wollte van Cappellen den Besitzer der Kamera finden. Doch sein Schwiegersohn, Roland van Gogh, hatte eine noch bessere Idee: Der 31-Jährige veröffentlichte das Bild am Montag auf Facebook. «Dieser Mann verlor seine Kamera mit mehr als 2800 Fotos in Amsterdam. Wer kennt ihn?», schrieb van Gogh unter das Bild. Der Aufruf verbreitete sich in Windeseile im Social Network. Über 56 000 Mal wurde es geteilt. Noch am Montagabend schrieb van Gogh: «Wir haben einen Hinweis zur Frau auf dem Foto.»

Bald darauf fanden Vater und Sohn den rothaarigen Mann und Besitzer der Kamera. Ein Kanadier hatte sie auf seiner Europa-Reise in Amsterdam liegen gelassen und den Verlust erst im Flugzeug nach Prag bemerkt. «Er ist sehr glücklich, dass wir ihn gefunden haben», so van Cappelen.

(dwi)