20. April 2005 15:14; Akt: 20.04.2005 22:20 Print

Kamin mitten in Wohnquartier gesprengt

Das 150 Tonnen schwere Bauwerk fiel kurz vor 14 Uhr wie geplant in einem Basler Wohnquartier in sich zusammen ohne Schaden anzurichten.

Fehler gesehen?

Sprengmeister Marco Zimmermann, der unter anderem auch das alte Berner Wankdorf-Stadion zum Verschwinden gebracht hatte, zeigte sich nach der Aktion gegenüber der sda zufrieden. Die Sprengung sei recht anspruchsvoll gewesen - nicht wegen der Höhe des Kamins, sondern wegen der engen Platzverhältnisse.

Für die Sprengung setzte Zimmermann 3 kg Gelatine-Sprengstoff ein. Diesen brachte er in drei Zündstufen auf einer Höhe von sechs bis sieben Metern am Kamin an - keilförmig, wie fürs Fällen eines Baumes, sagte der Sprengmeister. Nach Einsturz des Bauwerks war das Quartier für kurze Zeit in dicken, von Backsteinen rot gefärbten Staub gehüllt.

Wegen der Sprengung hatten rund 100 Anwohner ihre Wohnungen vorübergehend verlassen müssen, wie ein Polizeisprecher vor Ort sagte. Die Sanität, die sich vorsorglich mit zwei Fahrzeugen am Schauplatz eingefunden hatte, kam nicht zum Einsatz.

Der gesprengte Kamin stammt aus den Dreissigerjahren und gehörte zu einer Chemiefabrik, die längst nicht mehr existiert. Auf dem Grundstück in der Nähe des Kulturzentrums Kaserne Basel, auf dem zuletzt eine Matratzenfabrik stand, wird nun ein Mehrfamilienhaus mit 13 Wohnungen erstellt, wie von der Bauherrschaft zu erfahren war.

(sda)