«Preparedness Month»

09. Oktober 2014 13:45; Akt: 09.10.2014 14:38 Print

Kansas bereitet sich auf Zombie-Apokalypse vor

Die Katastrophenschützer des US-Gliedstaats Kansas weisen ihre Bürger an, gegen Zombies vorzusorgen. Die Vorbereitung hilft auch bei Tornados und anderen Katastrophen.

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Wer in Kansas lebt, weiss was zu tun ist. Dieser Oktober wurde in dem US-Agrarstaat zum «Zombie Preparedness Month» erklärt, zum Monat der Vorsorge gegen Zombies. Am 26. September proklamierte dies der Gouverneur von Kansas, Sam Brownback, per Unterschrift.

«Bist du bereit für das Unerwartete?», steht in Gruselschrift über dem Bild eines Mädchengesichts, über dem ein Reissverschluss eine blutige Zombie-Nase freigibt. Das offizielle Plakat fordert auf: «Stell ein Set zusammen – mach einen Plan – sei vorbereitet.»

Essen für drei Tage

Die Behörden von Kansas meinen es ernst. Nebst zwei Plakaten haben sie die Facebook-Seite der Katastrophenvorsorge mit Zombie-Sujets gepfeffert. Einwohnerinnen und Einwohner sollen eigene Ideen für Vorsorge-Kits mit Werkzeugen zur Zombie-Abwehr und mit Notrationen vorbringen (hier gehts zu den einzelnen Tipps). Essenziell seien Wasser und für jedes Familienmitglied Essen für drei Tage. Am 25. Oktober findet in der Hauptstadt Topeka der Zombie Preparedness Day statt, an dem fünf Ausgewählte ihre Ausrüstung vorstellen dürfen.

Die Sache hat natürlich einen Hintergedanken. Gemäss Website lautet das Motto des Zombie-Oktobers nämlich: «Bist du für Zombies vorbereitet, dann bist du für alles vorbereitet!» Dem Gliedstaat geht es darum, seine Bürgerinnen und Bürger zur Vorsorge gegen die im harschen Mittelwesten häufigen Naturkatastrophen anzuhalten: gegen Tornados, Vereisungen bei Tiefsttemperaturen und die allzu häufigen Stromausfälle.

«Wie cool»

Nach Auffassung der zuständigen Beamtin Devan Tucking erleichtern Zombies die Diskussion um Katastrophenvorsorge. «Wir erhalten so die Gelegenheit, mit Leuten zu sprechen, die sonst nicht mit uns reden würden», sagt sie zu 20 Minuten. «Sie finden: ‹Wie cool!› Und dann können wir sie fragen, ob sie vorbereitet sind.»

Die Philosophie erklärte Direktor Russ Paulsen vom Amerikanischen Roten Kreuz. «Zombies regen die Fantasie der Menschen auf eine Art an, wie es reale Katastrophen nicht tun können», sagte Paulsen dem TV-SenderNBC. «Wenn das Nachdenken über Zombies […] die Leute dazu ermutigt, vernünftige Schritte zur Katastrophenbereitschaft zu unternehmen, dann verdienen sie alle Macht.»

Es torkelt weltweit

Viel Macht haben Zombies längst. Im öffentlichen Bewusstsein haben sich die Untoten dank Kinofilmen und Fernsehserien wie «Walking Dead» fest eingegraben. Wie die Website Death by Zombie auflistet, finden weltweit fast jeden Tag Zombie-Märsche – oder besser: Zombie-Torkeleien – statt.

Selbst ihre Instrumentalisierung zur Katastrophenvorbereitung ist nicht originell: Bevor Kansas 2011 zum ersten Mal einen Zombie-Oktober durchführte, setzte das nationale Gesundheitsinstitut Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta Zombies als «Lehrmittel» bezüglich Vorsorge ein. Der CDC-Blog ist bis heute offen für Kommentare.

Das Pentagon ist vorbereitet

Sogar noch früher hatten Militärplaner des US Strategic Command einen Überlebensplan für den Fall einer Zombie-Attacke verfasst. Das Dokument «CONOP 8888» von 2010 geht auf alle Zombie-Spielarten ein, auf magische, vegetarische, aus dem Weltall stammende, im Labor erzeugte oder von Pathogenen produzierte Zombies.

Der Überlebensplan sei bloss ein «Werkzeug für den Unterricht, kein Plan des US Strategic Command», wiegelte dessen Sprecherin gegenüber «Foreign Policy» ab. Das klingt beruhigend – aber nur bis zur wirklichen Zombie-Apokalypse.

Der Zombie-Plan des US Strategic Command:

CONPLAN 8888


(Quelle: Scribd)

(sut)