04. April 2005 10:20; Akt: 04.04.2005 11:37 Print

Kardinäle treffen zum ersten Mal zusammen

Zwei Tage nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. treten in diesen Stunden in Rom führende Kardinäle der katholischen Kirche zusammen. Ihre erste Aufgabe wird es sein, das päpstliche Siegel zu zerstören.

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Dieses Ritual ist vom Kirchenrecht vorgesehen, damit niemand päpstliche Dokumente mit der sogenannten Fischerring fälschen kann. Anschliessend wird das vermutlich vorhandene Testament von Johannes Paul II. eröffnet und verlesen.

Die Kardinäle müssen auch Tag und Stunde der Totenmesse und Beisetzung sowie das Datum der Papstwahl (Konklave) festlegen. Zu den Beisetzungsfeierlichkeiten werden 200 Staatsoberhäupter in Rom erwartet.

Der einbalsamierte Leichnam des Papstes soll am späten Nachmittag in den Petersdom gebracht werden. Der genaue Zeitpunkt der öffentlichen Aufbahrung steht noch nicht fest und wird auch vom Kardinalskollegium entschieden.

Auch hatten die Kardinäle erstmals Gelegenheit, letzte Dokumente zu öffnen, die der Papst ihnen möglicherweise hinterlassen hat.

Im Petersdom können Gläubige aus aller Welt ihrem Kirchenoberhaupt die letzte Ehre erweisen. Für die Trauerfeiern und die «Zeit zwischen den Päpsten» werden in Rom mehrere Millionen Besucher und Pilger erwartet.

Rom bereitet sich auf Besucherandrang vor

Zwei Tage nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. bereiten sich der Vatikan und die Stadt Rom auf die öffentliche Aufbahrung des Leichnams vor. Bereits am Morgen zogen erneut zahlreiche Gläubige Richtung Vatikan.

Rings um den Petersplatz waren am Montagmorgen bereits Ambulanz- Zelte aufgebaut, an jeder Ecke standen Polizisten bereit. Bevor der Petersdom am Nachmittag die Tore für den Abschied der Gläubigen aus aller Welt öffnen wird, haben die Sicherheitskräfte Absperrungen und Rampen rund um die Kirche aufgebaut.

Am Montag versammeln sich die Kardinäle der römisch-katholischen Kirche zum ersten Mal, um die anstehenden Angelegenheiten zu regeln. Zu den ersten Entscheidungen, die sie zu treffen haben, gehören Termin und Ablauf der Beerdigung.

Bis zum Tag der Beerdigung wird die Kardinalsversammlung täglich zusammentreten. Sie entscheidet auch über den Beginn des Konklaves zur Wahl des Nachfolgers.

Zum Auftakt ihres ersten Treffens am Montag müssen die Kardinäle einen Eid ablegen, striktes Stillschweigen über alle Angelegenheiten zu bewahren, «die auf irgendeine Weise mit der Wahl des Pontifex zu tun haben».

(sda)