27. April 2005 16:47; Akt: 27.04.2005 16:47 Print

Katastrophenübung in «Tukastan»

Über 200 Rettungskräfte aus der Schweiz, Deutschland und Österreich übten bei Genf den Ernstfall: Erdbeben in «Tukastan»!

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Eingestürzte Häuser, Schreie von Verletzten, Presslufthammer-Rattern, Erste-Hilfe-Zelte und unzählige Männer und Frauen in orangen und blauen Overalls.

«Am Montagabend ereignete sich um 18.34 Uhr im Nordosten der (fiktiven) Republik Tukastan ein Erdbeben mit einer Stärke von 6,9 auf der Richterskala», erläuterte der Übungsleiter Ulrich Ott am Mittwoch vor Vertretern der Armee, der Behörden, der UNO und der Medien die Ausgangslage für die dreitägige Übung.

Nach erteiltem Einsatzbefehl durch die Zentralen in Bonn, Wien und Bern seien am Dienstagmorgen die ersten Vorausdetachemente bei Chancy im Hinterland Genfs eingetroffen.

Zusammenarbeit verbessern

Seither sind rund 200 Mitglieder der Schweizerischen Rettungskette und der Spezialeinheiten aus Deutschland und Österreich daran, die rund 50 Figuranten in den Trümmern der Übungsanlage für Rettungstruppen zu orten und zu bergen. Beteiligt sind auch die Behörden von Stadt und Kanton Genf sowie der Zivilschutz und eine Kompanie der Schweizer Armee.

Ziel der Übung «Salvataggio» ist es, die Rettungsarbeit in einem internationalen Umfeld zu üben und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Beteiligten zu proben und zu verbessern.

Die herrschende Tendenz zur globalen Solidarität bei Naturkatastrophen bringe es mit sich, dass vor Ort immer mehr Akteure mithelfen wollen, erklärte der oberste Chef der Schweizer Katastrophenhelfer Walter Fust. Deshalb werde das Bedürfnis nach Koordination immer grösser, so der Leiter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) weiter.

Die Führungsrolle nimmt dabei das Uno-Koordinationsbüro für humanitäre Angelegeneheiten (UNOCHA) ein, weshalb die Dreiländerübung auch unter deren Schirmherrschaft stattfindet.

Möglichst realitätsnah

Geübt werden alle Phasen eines wirklichen Einsatzes - und dies möglichst realistisch. Von der Alarmierung, über die rasche Anreise der Rettungstrupps, die Ortung der Verschütteten dank Spürhunden, die Bergung und die Information der Öffentlichkeit mittels Medienkonferenz, soll alles durchgespielt werden.

Die bis Donnerstagnachmittag andauernde Übung bei Genf wird durch die Dreiländer-Arbeitsgruppe D-A-CH durchgeführt. Es ist die dritte ihrer Art. Die beiden früheren Übungen fanden in Deutschland und Österreich statt.

(sda)