Kuba

05. November 2010 06:01; Akt: 05.11.2010 10:41 Print

Keine Überlebenden bei Flugzeugcrash

In Kuba ist ein Linienflugzeug abgestürzt. Alle 68 Passagiere – darunter zehn Europäer – kamen ums Leben.

Bildstrecke im Grossformat »

Fehler gesehen?

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs sind am Donnerstag in Kuba alle 68 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Maschine der AeroCaribbean war auf dem Weg von Santiago de Cuba nach Havanna. Die Piloten setzten noch einen Notruf ab, bevor das Flugzeug den Kontakt zur Flugsicherung verlor und in der Nähe der Ortschaft Guasimal in der Provinz Santi Spíritus abstürzte.

An Bord des Flugzeugs befanden sich 61 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Die kubanische Flugsicherung erklärte, es gebe keine Überlebenden. Unter den ausländischen Opfern waren laut Passagierliste zwei Deutsche, neun Argentinier, sieben Mexikaner, drei Niederländer, zwei Österreicher und je ein Bürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Venezuela und Japan. Die Crew stammte aus Kuba.

Unglücksstelle in Bergregion östlich der Hauptstadt

Rettungskräfte vor Ort bargen die ersten Leichen, wie die Zeitung «Escambray» berichtete. Sie veröffentlichte auf ihrer Website ein Foto eines brennenden Wrackteils. Mitarbeiter des Innenministeriums und der Kommunistischen Partei unterstützten die Bergungsarbeiten, berichtete das Blatt. Die Unglücksstelle in einer Bergregion liegt rund 350 Kilometer östlich der Hauptstadt Havanna.

Der Flug verbindet zweimal wöchentlich die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince mit Havanna, in Santiago de Cuba gibt es einen Zwischenstopp. Er war am Donnerstag einer der letzten, der Santiago de Cuba vor dem Eintreffen des Tropensturms «Tomas» verliess, der östlich an Kuba vorbeiziehen sollte. Staatliche Medien hatten berichtet, alle Flüge und Zugverbindungen nach Santiago de Cuba würden eingestellt, bis «Tomas» vorüber sei.

Turboprop-Flugzeug

Bei der Unglücksmaschine handelt es sich um ein Turboprop-Flugzeug vom Typ ATR-72-212. ATR ist der weltgrösste Hersteller von Turboprop-Regionalflugzeugen und gehört je zur Hälfte dem Airbus Konzern EADS und der italienischen Alenia Aeronautica.

Die Airline AeroCaribbean hat ihren Sitz in Havanna und ist ein staatliches Unternehmen. Die Fluggesellschaft bedient vor allem kleinere Regionalstrecken.

Zuletzt war im März 2002 ein Flugzeug in Kuba abgestürzt. Beim Absturz der Antonow-Maschine im Zentrum des Landes kamen 16 Menschen ums Leben. In Havanna stürzte 1989 ein Iljuschin-Flugzeug kurz nach dem Start Richtung Mailand ab. Unter den 115 Todesopfern waren 113 Italiener.

(sda/ap)