Strip-Club-Besuch

02. Juni 2011 17:29; Akt: 02.06.2011 17:30 Print

Keine Ruhe für König Carl Gustaf

Der Druck auf Schwedens König Carl XVI. Gustaf wegen angeblicher Rotlicht-Aktivitäten nimmt zu. Zeugenaussagen belasten ihn. Der Ruf nach Abdankung wird lauter.

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Stockholmer Medien haben am Donnerstag Mitschnitte von Zeugenaussagen zu einem Stripbar-Besuch in Atlanta veröffentlicht, den der 65-Jährige ausdrücklich bestritten hatte. Das war nicht alles, was der König, Ehefrau Königin Silvia und die drei Kinder zum Himmelfahrts-Tag an unerfreulichen Neuigkeiten zu verkraften hatten.

«Verfängliche» Fotos sollen schon bald im Internet veröffentlicht werden. Und die Ex-Popsängerin von der Gruppe Army of Lovers, Camilla Henemark will in einem Buch ihre - längst beendete - angebliche Liaison mit dem König im Detail beschreiben.

Zwei Boulevardblätter veröffentlichten auch Aussagen zu einer royalen Visite im «Gold Club» in der US-Stadt Atlanta 1996, wo Carl Gustaf nie gewesen sein will. Auf dem Tonband berichteten der Ex- Manager des Clubs, Roy Ciccola, und die dort früher als «VIP- Betreuerin» tätige Heather Rellinger über direkten Kontakt mit dem schwedischen König. Rellinger meinte: «Ich finde es lustig, dass er das jetzt abstreitet.»

Königshof dementiert heftig

Der Hof fand es nicht lustig. Carl Gustafs Stabschef in Atlanta, Håkan Pettersson, sagte dem grossen Boulevardblatt «Aftonbladet», er sei dem König nie mehr als zwei Meter von der Seite gewichen.

«Wir waren nicht in so einem Club.» Carl Gustaf hatte der Nachrichtenagentur TT auch Berichte über andere angebliche Stripbar- Besuche und «Herrenabende» mit bezahlten jungen Frauen bestritten.

Der Stockholmer Ex-Nachtclubbetreiber Mille Markovic kündigte am Mittwoch die baldige Veröffentlichung von verfänglichen Bildern mit dem König an, die es nach Aussage von Carl Gustaf «nicht geben kann». «Aftonbladet» verlangte bereits am Mittwoch Konsequenzen: «Der König sollte einsehen, dass es Zeit für die Abdankung ist. Aus Respekt vor dem Volk.»

Experten: Gibt es Beweise muss er gehen

Schwedische Beobachter sind sich einig, dass Carl Gustaf sich durch seine ausdrücklichen und detaillierten Dementis in eine schwierige Lage gebracht hat. Sollten «harte» Beweise für die Rotlicht-Vorwürfe kommen, gilt die Abdankung zugunsten der 33- jährigen Kronprinzessin Victoria als unausweichlich.

Carl Gustaf wäre nach Königin Kristina (1654 nach dem Übertritt zum Katholizismus) und König Gustav IV. Adolf (1809 nach einem Putsch) das dritte gekrönte Haupt in Schweden, das die Krone zu Lebzeiten abgibt. Regeln für das Verfahren gibt es keine.

PJ Anders Lindner von der Zeitung «Svenska Dagbladet» meint, dass die Hauptperson diese Möglichkeit ausschliesst: «Der König ist ausgesprochen pflichtbewusst und hält auf Tradition. Zur Monarchie gehört für ihn, dass der König immer König ist. Ob bei Sonnenschein oder Regen.»

(sda)