Wetter

22. Dezember 2008 08:35; Akt: 22.12.2008 09:54 Print

Keine weisse Weihnachten

Nass-warme Wetterverhältnisse haben am Wochenende die Aussicht auf weisse Weihnachten stark getrübt. Der Schnee verschwand in weiten Teilen des Flachlands, zurück blieb Schmelzwasser.

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Starke Nordföhnböen fegten über die Berge, in St. Moritz wurde wegen Sturms ein Weltcup-Skirennen abgesagt.

Feucht-warme Atlantikluft prägte in der Schweiz das Wochenende. «Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung wird keine weisse Weihnacht erleben», sagte Daniel Murer von MeteoSchweiz am Sonntag auf Anfrage. Schnee im Flachland lag nur noch in der Region Bern, wo in der vergangenen Woche besonders viel gefallen war. Im Jura waren nur noch erhöhte Lagen weiss. Mehrere Schübe von Warmfronten hatten die Schneefallgrenze am Wochenende nach oben gedrängt. Am Samstagmorgen lag sie bei 800 Meter über Meer, am Sonntagmittag stand sie schon bei 1300 Metern. Eine minime Hoffnung auf weisse Weihnacht bestehe aber noch, sagte Murer. Denn am Weihnachtstag ziehe voraussichtlich ein kleines Tief über die Alpen, wodurch im Osten - vom Bodensee bis nach Graubünden - etwas Schneefall auch in tiefen Lagen möglich sei.

In den Bergen wehte teils starker Nordföhn. So mass MeteoSchweiz auf dem Eggishorn im Oberwallis am Samstag Böenspitzen von 122 Kilometern pro Stunde (km/h), im Puschlav am Messpunkt Robbia bei San Carlo sogar 160 km/h. In St. Moritz wurde wegen des Windes am Sonntag das Weltcup-Abfahrtsrennen der Damen abgesagt.

Die Nässe auf den Strassen, aber auch Unvorsicht führte zu einigen Unfällen. So wurde in der Nacht auf Sonntag im zürcherischen Rümlang ein Fussgänger schwer verletzt, als er von einem Auto angefahren wurde. Im Jura wurden bei einem Unfall am Samstagabend ein Autolenker getötet und vier weitere Menschen, darunter zwei Kinder, schwer verletzt. Der Autolenker hatte zwischen St-Brais und Les Sairins die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren, worauf dieses frontal in ein korrekt entgegenkommendes Auto geprallt war. Bei einer Auffahrkollision auf der Autobahn A7 bei Frauenfeld zogen sich am Samstag vier Personen leichte Verletzungen zu. In Getwil im Kanton Aargau endete ein Selbstunfall unter Alkoholeinfluss in einem 50 Meter tiefen Tobel. Dabei wurde ein Mitfahrer des 27-jährigen, angetrunkenen Autolenkers mittelschwer verletzt.

(ap)