Antibiotika-resistent

03. Februar 2011 18:58; Akt: 03.02.2011 19:14 Print

Killer-Bakterien in der Schweiz entdeckt

Im Spital der Broye ist ein antibiotika- resistentes Bakterium aufgetaucht. In der chirurgischen Abteilung wurde ein Aufnahmestopp verhängt.

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Ein Patient, der sich im Dezember im Interkantonalen Spital der Broye (HIB) und im Universitätsspital Lausanne aufgehalten hatte, erkrankte wegen der Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) an einer Infektion der Harnwege. Die Suche nach der Ursache ergab, dass 15 weitere Patienten des HIB Träger dieses Bakteriums waren.

Um die Verbreitung der VRE zu verhindern, trafen das Spital und die zuständigen Behörden der Kantone Freiburg und Waadt Massnahmen, wie die beiden Kantone am Donnerstag gemeinsam mitteilten. In der chirurgischen Abteilung, in der es zu der Ansteckung gekommen war, wurde ein Aufnahmestopp verhängt.

Patienten weitergeleitet

Dieser gilt, bis die laufenden Untersuchungen beendet sind. Notfall-Patienten werden für chirurgische Eingriffe an andere Spitäler weitergeleitet. Patienten, die Kontakt mit einer VRE- infizierten Person gehabt haben könnten, werden systematisch überwacht, und es gelten zusätzliche Hygienevorschriften.

Am Lausanner Universitätsspital CHUV werden alle Patienten, die aus Payerne überwiesen werden, auf VRE getestet. Der Test muss drei Mal jeweils im Abstand von ein paar Tagen durchgeführt werden. Das sei ziemlich belastend, sagte der Waadtländer Vize-Kantonsarzt Eric Masserey der Nachrichtenagentur SDA.

Im CHUV wurden fünf Infektionen bekannt; zwei dieser Patienten erkrankten an einer Harnweg-Infektion. Die Bakterien führen laut Mitteilung normalerweise nur selten zu Erkrankungen. Gelegentlich können sie aber Infektionen der Harnwege auslösen. Ihre Antibiotika- Resistenz können sie auf andere Bakterien übertragen.

Das HIB hat zwei Standorte in Payerne VD und in Estavayer-le-Lac FR. Insgesamt verfügt es über 151 Betten.

(sda)