Mexiko

26. September 2015 22:26; Akt: 26.09.2015 22:26 Print

Killerin vom eigenen Freund verpfiffen

Melissa Calderón führte in Mexiko ihr Drogenkartell mit eiserner Hand. Ihre Methoden waren so brutal, dass selbst ihr Freund sich vor ihr fürchtete.

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Die Mexikanerin Melissa Calderón Ojeda (30) sitzt hinter Gittern. Vergangenes Wochenende wurde sie von der Polizei in Cabo San Lucas im Bundesstaat Baja California verhaftet. Dabei sei kein einziger Schuss gefallen, schreibt die mexikanische Bundesstaatsanwaltschaft in einer Medienmitteilug. Erstaunlich, denn das Leben von Melissa Calderón alias La China ist von Gewalt gekennzeichnet.

Calderón leitete die Armee des Kartells Los Dámaso, das unter anderem Killeraufträge für das Sinaloa-Kartell des flüchtigen Drogenbarons El Chapo Guzmán erledigte. Ihre kriminelle Karriere begann im Jahr 2005. Drei Jahre später hatte sie weite Teile des Staates Baja California unter ihre Kontrolle gebracht und wurde als Belohnung zur Chefin der Organisation ernannt.

«La China» hackte Unterarme ab

Sie führte ihre Truppen mit grosser Brutalität. Beispielsweise schickte sie ihren Rivalen verstümmelte Leichen als Warnung. Doch alles änderte sich, als im Juni Abel Quintero, der ehemalige Killerchef des Dámaso-Kartells, aus der Haft entlassen wurde. Die Organisation setzte Calderón als Chefin ab. Daraufhin erklärte sie den Dámasos den Krieg.

In den darauffolgenden zwei Wochen wurden 46 Männer brutal ermordet — so viele wie im ganzen Jahr 2014. Aus Angst, gefasst zu werden, wechselte La China regelmässig ihre Autos und lebte in verschiedenen Häusern. Anfang August beauftragte sie ihren Mitarbeiter Rogelio Franco alias El Tyson, einen Pick-up zu kaufen. Als El Tyson sie mit Freunden von ihm, die gerade einen Truck verkauften, bekannt machte, tötete La China sie an Ort und Stelle, statt für den Wagen zu bezahlen.

Danach liess sie die Leichen von einem anderen Gangster in der Wüste verscharren. Als El Tyson vom Tod seiner Freunde erfuhr, drohte er, Calderón umzubringen. Kurzerhand griff die Chefin zu einer Machete und hackte El Tyson die Unterarme ab. Danach tötete sie ihn und liess ihn zusammen mit seinen Freunden begraben.

«Manisch und kontrollbesessen»

Ein noch schlimmerer Vorfall trug sich laut dem mexikanischen Portal «Sin Embargo» einige Wochen später zu. La China beauftragte ihren Mitarbeiter Sergio Beltrán alias El Scar mit der Entführung des lokalen Drogenbosses El Tocho. Der Gangster konnte jedoch entkommen. Deswegen liess Melissa Calderón seine Freundin Lourdes entführen. Sie folterte die Gangsterbraut stundenlang und ermordete sie am nächsten Tag.

Nun hat Calderóns Freund sie bei den Behörden angezeigt. Pedro Gómez alias El Chino war ihre rechte Hand und wurde im Juli von der Polizei festgenommen. Kürzlich liess er sich auf einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein, um eine reduzierte Freiheitsstrafe zu erreichen. Dabei erzählte er von seiner «manischen und kontrollbesessenen» Freundin.

Melissa Calderón werden 55 Morde zur Last gelegt, sie soll zudem an der Ermordung von weiteren 120 Menschen beteiligt gewesen sein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P.Eter am 26.09.2015 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riskant

    Es ist wohl nicht sehr klug einen Kartellchef/in zu verpfeifen. Meistens sind die Kartelle auch in den Gefängnissen gut vertreten, von dem her ist er jetzt wohl niemand mehr sicher.

  • Trummler am 26.09.2015 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nützt ihn die Reduzierung überhaupt?

    Wenn man bedenkt, wie viele Morde ER vielleicht begangen haben könnte, hege ich schon meine Zweifel, ob seine >Verminderte Strafe nicht auch schon lebenslänglich bedeutet, wenn seine ursprüngliche Strafe vielleicht schon "lebenslang" um etwa 30 Jahre überböte. Oder wie wird es in Mexiko mit nMorden gerechnet?

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  • Taco cat am 27.09.2015 02:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mutig...

    Höchstwahrscheindlich hatte er mit dieser Aussage sein eigenes Grab geschaufelt. Solche Kartelle sind nicht zu unterschätzen. Würde mich wundern, wenn er nach dem Knast noch lange leben würde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • zero am 27.09.2015 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Fotos!

    Foto 1 und 3 ist nicht ''La China'', dass ist Claudia Ochoa Félix von ''Los Antrax'' die für das Sinaloa-Kartell kämpft!

  • lily am 27.09.2015 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    ganze familie freunde betroffen

    Wieso springt er nicht einfach aus dem 136 stock? Kommt auf etwa das ähnliche raus anders rum wird er nur noch gefolter gequält, normale methode in der branche inkl. seiner familie

  • Ex-Freund, jetzt nicht mehr sicher am 27.09.2015 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sieht wie mein EX

    Die Frau sieht wie mein Ex aus. :-)

    • der doc. am 27.09.2015 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ex-Freund, jetzt nicht mehr sicher

      aha,hängst wohl noch dran.

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  • Liesa am 27.09.2015 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen als Chefin, nein danke

    Ich sage ja: es gibt nichts schlimmeres als eine CHEFIN! Die sind meist schlimmer als die Männer.

    • franky am 27.09.2015 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      und es wird noch schlimmer

      Das ist so...nicht umsonst werden die Frauen als Hexen u.s.w. bezeichnet. In Europa lebt es sich als Frau bestens. Die Männer werden ausgenutzt und wenns nicht mehr passt geht man zum nächsten und klaut noch die hälfte des Ex mit freundlicher Unterstützung unsere Richter.

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  • Lorena am 27.09.2015 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Als Frau durchgesetzt

    Als Frau in Mexiko musst Du dich durchsetzen,sonst gehst Du unter.