Eliteschule Odenwald

02. Mai 2010 14:10; Akt: 02.05.2010 19:19 Print

Kinderpornos in St. Moritz gedreht

Neben etlichen Missbrauchsvorwürfen an der deutschen Odenwaldschule gibt es nun auch einen Bericht über Fälle von Kinderpornografie. Ein Lehrer soll seine Schüler nicht nur regelmässig missbraucht haben, sondern mit den nackten Kindern auch Filme gedreht haben - in St. Moritz.

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Die Eliteschule in Odenwald reagierte trotz mehrerer Warnungen in den 60er-Jahren nicht. (Bild: Keystone/AP)

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Der inzwischen verstorbene Lehrer, der von 1966 bis 1989 an der Odenwaldschule unterrichtet habe, habe die Kinder «gewohnheitsmässig» missbraucht, Tatorte seien neben der gemeinsamen Unterkunft auf dem Schulgelände ein Wohnmobil, ein Penthouse in Heppenheim sowie eigens angemietete Ferienhäuser gewesen.

Das schreibt die «Frankfurter Allgemeine SonntagsZeitung» und beruft sich dabei auf Aussagen früherer Schüler. So seien in den 1970er und 80er Jahren von dem Musiklehrer kinderpornografische Fotografien und Filme hergestellt worden.

Während Ferienlager Kinderpornos gedreht

Auf Urlaubsfahrten seien die Kinder genötigt worden, nackt für die Kamera im Freien zu posieren. In Ferienhäusern bei St. Moritz habe der Lehrer Foto- und Filmaufnahmen mit den Jungen gemacht, von denen der jüngste neun Jahre alt gewesen sei. Zu gelegentlichen Vorführungen der Kinderpornos seien auch andere Männer gekommen.

Behilflich gewesen sei ein Liebhaber des Musiklehrers, der ursprünglich sein Schüler gewesen sei und dann studiert habe. Der Altschüler des Lehrers habe auf Anfrage der Zeitung jede Stellungnahme zu den Vorwürfen abgelehnt.

Vergewaltigungen verjährt

Die Opfer des Lehrers, inzwischen Männer in mittleren Jahren, fürchteten nun, dass die Aufnahmen noch existierten und jederzeit wieder auftauchen könnten. Einer von ihnen habe deshalb bei der Kripo Heppenheim Strafantrag gestellt. Ihm sei aber mitgeteilt worden, dass der Fall verjährt sei und keine Ermittlungsansätze existierten.

Erste Vorwürfe gegen den Lehrer seien bereits im Jahr 1968 erhoben worden, heisst es in dem Bericht. Missbrauchte Jungen hätten sich an den Direktor gewandt. Doch der Lehrer sei an der Schule geblieben.

(ap)