Fünffachmord von Kitzbühel

08. Oktober 2019 13:42; Akt: 08.10.2019 13:45 Print

Andreas E. schoss aus nächster Nähe auf Opfer

Über den mutmasslichen Fünffachmörder von Kitzbühel wurde am Montag die U-Haft verhängt. Nun wurden die Leichen obduziert.

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Seit Montag befindet sich Andreas E., der in Kitzbühel in der Nacht auf Sonntag fünf Menschen erschossen haben soll, in Untersuchungshaft.

In rund zwei Wochen bekommt der 25-Jährige dann eine Haftprüfung. Während die Ermittlungen der Polizei weiter auf Hochtouren laufen, sitzt E. in einer Zelle in der Justizanstalt in Innsbruck.

Laut «Tiroler Tageszeitung» wird der Mitarbeiter einer Baufirma dabei rund um die Uhr von Kameras überwacht. Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmassnahme, um einen etwaigen Suizidversuch rechtzeitig verhindern zu können, heisst es in dem Bericht weiter.

Opfer aus «sehr kurzer Distanz» erschossen

Die Polizei hat mittlerweile bestätigt, dass alle fünf Opfer aus sehr kurzer Distanz erschossen worden sind. «Das vom Beschuldigten ebenfalls mitgeführte Messer sowie der Baseball-Schläger wurden für die Tatbegehung nicht verwendet», so die Polizei. Zu heftiger Gegenwehr sei es nicht gekommen.

Wie viele Schüsse der mutmassliche Täter genau auf seine Ex-Freundin, ihre Familie sowie ihren neuen Freund abfeuerte, gibt die Polizei aus «taktischen und aus Pietätsgründen» nicht bekannt.

«Ich habe soeben fünf Personen getötet»

Mittlerweile hat sich auch die Mutter des mutmasslichen Fünffachmörders zu Wort gemeldet. Zur «Bild» (Bezahlartikel) sagt sie: «Es sind nicht fünf Menschen gestorben, sondern sechs. Unser Sohn ist auch gestorben.» Im Interview mit RTL sagt sie: Ihr Sohn sei «ein kleiner Sunnyboy» und sehr beliebt gewesen.

Der Verdächtige soll in der Nacht auf Sonntag seine Ex-Freundin, ihren neuen Freund, ihren Bruder und ihre Eltern in Kitzbühel ermordet haben. Auslöser dürfte Eifersucht gewesen sein. Der Beschuldigte kam Sonntagmorgen gegen 6 Uhr in die Kitzbüheler Polizeistation, legte ein Messer und eine Pistole auf den Tisch und erklärte den Beamten: «Ich habe soeben fünf Personen getötet.» Als die Polizei am Tatort Nachschau hielt, fand sie fünf Leichen vor.

Einfaches Parteimitglied

Am Montag war bekannt geworden, dass Andreas E. ein Mitglied der rechtspopulistischen FPÖ war. Wegen «Gefahr in Verzug» wurde er nach der Tat aus der FPÖ ausgeschlossen, hiess es in einer Aussendung der Partei.

FPÖ-Landesparteigeneralsekretär Patrick Haslwanter sprach im Namen der Freiheitlichen Partei den Angehörigen der Opfer seine «aufrichtigste Anteilnahme» aus. Der 25-jährige Täter war im Jahr 2014 für zwei Monate als Jugendreferent in der Stadtparteileitung der FPÖ Kitzbühel tätig gewesen. Bis Sonntag war er einfaches Parteimitglied, ohne Funktion oder Mandat.

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