Beute verschollen

16. Dezember 2010 22:19; Akt: 16.12.2010 22:35 Print

Knast für riesigen Goldraub in der Schweiz

Fünf Korsen müssen für einen Goldraub lange hinter Gitter. Sie hatten Ende 2004 den Goldveredler Metalor in Marin NE überfallen und 668 Kilo Gold im Wert von rund 28 Millionen Franken erbeutet.

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Fast sieben Jahre nach dem Raub von 668 Kilogramm Gold im neuenburgischen Marin sind in Südfrankreich fünf Korsen zu Zuchthausstrafen zwischen fünf und 14 Jahren verurteilt worden. Von der Beute im aktuellen Wert von rund 28 Millionen Franken fehlt bis heute jede Spur.

Dies und die fehlenden Geständnisse der Angeklagten waren für Staatsanwalt Pierre Cortes Grund genug, hohe Strafen zu fordern. Das Geschworenengericht in Aix-en-Provence blieb dann am Donnerstag allerdings unter den Strafanträgen der Anklage.

Ein als Kopf der Bande geltender 40-jähriger Korse und sein 60- jähriger Landsgenosse erhielten beide 14 Jahre Zuchthaus. Staatsanwalt Cortes hatte 22 Jahre gefordert.

Die beiden wurden für schuldig befunden, am 25. Januar 2004 bei dem bewaffneten Raubüberfall auf den Goldveredler Metalor in Marin NE mitgemacht zu haben.

Die drei übrigen Angeklagten wurden zu fünf, acht und zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Letzterer kam aber nach dem Urteilsspruch frei, da er die Strafe bereits mit der Untersuchungshaft verbüsst hatte.

Staatsanwalt Cortes hatte für die drei eine jeweils um zwei Jahre höhere Strafe verlangt. Sie sollen die Beute rund eine Woche nach dem Überfall von einem Versteck in der Region von Lyon aus nach Korsika transportiert haben.

Im gleichen Kriminalfall waren im Jahr 2006 fünf Personen in der Schweiz zu Gefängnisstrafen von bis zu acht Jahren verurteilt worden. Den heutigen Wert der unauffindbar gebliebenen Beute schätzte der Ankläger auf 21 Millionen Euro.

(sda)