Eisbären-Drama

22. März 2011 12:55; Akt: 22.03.2011 15:23 Print

Knut war krank im Hirn

Der Star-Eisbär litt wohl an einer Hirnkrankheit. Untersuchungen des Kadavers zeigten deutliche Veränderungen des Gehirns. Dies sei der Grund für den plötzlichen Tod.

Knuts letzte Augenblicke vor seinem Tod (Video: B.Z.).
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Den Befund der Hirnerkrankung des Eisbären ergaben erste Untersuchungen. Dies teilte der Zoo in Berlin am Dienstag mit. Andere Organveränderungen hätten die Pathologen nicht festgestellt. Um die Todesursache endgültig zu klären, laufen allerdings noch weitere Untersuchungen - bakterielle und am Gewebe - die nach Angaben des Zoos noch mehrere Tage dauern werden. Knut war im Alter von nur vier Jahren am Samstag plötzlich verendet. Zuvor hatte es keinerlei Anzeichen für eine Erkrankung gegeben.

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Videos (siehe oben) und Fotos zeigten, wie sich Knut am Samstagnachmittag auf einem Felsen im Kreis drehte, dann ins Taumeln geriet und seitwärts in den Wassergraben in seinem Gehege kippte. Dort bewegte er sich noch kurz mit dem Kopf unter Wasser, dann stiegen Luftblasen auf, und das grosse Tier trieb bewegungslos an der Wasseroberfläche.

Was geschieht mit dem Kadaver?

Am Dienstag trauert die Welt noch immer um Knut, Zehntausende sind es auf Facebook und es werden stündlich mehr. Auf der Kondolenzseite des Berliner Zoos sind es über 3000, Hunderte pilgern ans Gehege des ehemaligen Medien-Stars.

Während die Knut-Fans noch geschockt sind, gibt es bereits erste Auseinandersetzungen darüber, was mit dem Kadaver des Lieblings der Massen geschehen soll. Normalerweise werden verendete Tiere verbrannt. Bei Knut wird es wohl nicht so weit kommen.

Bekommt Knut eine Skulptur?

Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz soll gemäss RP Online Sympathien dafür haben, den Tierkörper präparieren zu lassen um ihn dann im Berliner Naturkundemuseum auszustellen.

Weiter sagte er: «Am Gehege könnte ich mir auch eine kleine Skulptur zum Gedenken vorstellen, vielleicht so, wie Knut als Baby war.» Eine Zoosprecherin stellte allerdings klar, es sei noch keine Entscheidung gefallen, was mit den sterblichen Überresten von Knut geschehe.

Die Knut-Anhänger sind gespalten. Jana S. schreibt im Gedenkbuch des Berliner Zoos: «Lasst Knut nicht ausstopfen. Er hat einen Abschied in Würde und einen ruhigen Platz für den ewigen Frieden verdient.» Adelheid J hingegen findet: «Bitte präpariert diesen wunderbaren einmaligen Eisbären. Ich möchte ihn mal meinen Enkeln zeigen.»

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(feb)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuel Calavera am 25.03.2011 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    vermarktet, verendet, verraten (Teil 1)

    Zu Lebzeiten stellte die Vermarktung Knuts stets eine ergiebige Einnahmequelle dar. Nun wird selbst das Ableben (und der Körper) des elend im Wassergraben ertrunkenen Bären für weitere profitable Geschäfte ausgeschlachtet. Heuchlerisch reißen sich nämlich Blaszkiewitz und Klös um seine Überreste, verraten das Andenken des Bären endgültig und stellen sich gegen Knuts Freunde in aller Welt, indem sie frei erfundene Behauptungen verbreiten: Viele würden das Ausstopfen und zur-Schau-Stellen Knuts gut finden.

  • Gutzi am 23.03.2011 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gehören nicht in den Zoo

    Man mag streiten, ob Tiere in einen Zoo gehören, aber Eisbären ganz sicher nicht. Es gibt keine artgerechte Haltung von Eisbären in einem Zoo. Einige haben das schon eingesehen und die haltung von Eisbären eingestellt.

  • Kultur Candela am 23.03.2011 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst Michael, jetzt Knut

    Beim Tod des wahrscheinlich bekanntesten Zootieres der Welt von natürlicher Selektion zu sprechen, ist schon ein wenig ironisch, nicht?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Miriam Schneider am 31.03.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Zoos ENDLICH abschaffen!!!

    Diese Zoos sollten ENDLICH abgeschafft werden!!! Tiere gehören in ihre natürliche Umgebung es kann nicht sein das all diese Zootiere ein Leben lang ein trostloses Dasein hinter Gitter führen müssen nur zu UNSEREM Nutzen!!! Sprich: nur damit x und y in Berlin oder sonst einer Grossstadt auch einmal ein paar (Wild-)Tiere zu Gesicht bekommen und die dann aus sicherer Distanz verniedlichen können! Tiere sind keine Spielzeuge und gehören weder ausgestellt und eingesperrt noch verniedlicht!

  • Manuel Calavera am 25.03.2011 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    vermarktet, verendet, verraten (Teil 2)

    Wer auch nur einen Funken Anstand und Respekt dem Leben gegenüber hat, empfindet dieses Vorgehen schlichtweg als beschämend, erbärmlich und abscheulich. Nach Alighieri werden die Habgierigen ins Fegefeuer geworfen, aber aus gutem Grund bleibt der tiefste Kreis der Hölle stets für Verräter reserviert. Allein das ist jetzt tröstlich.

  • Manuel Calavera am 25.03.2011 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    vermarktet, verendet, verraten (Teil 1)

    Zu Lebzeiten stellte die Vermarktung Knuts stets eine ergiebige Einnahmequelle dar. Nun wird selbst das Ableben (und der Körper) des elend im Wassergraben ertrunkenen Bären für weitere profitable Geschäfte ausgeschlachtet. Heuchlerisch reißen sich nämlich Blaszkiewitz und Klös um seine Überreste, verraten das Andenken des Bären endgültig und stellen sich gegen Knuts Freunde in aller Welt, indem sie frei erfundene Behauptungen verbreiten: Viele würden das Ausstopfen und zur-Schau-Stellen Knuts gut finden.

  • HATI am 24.03.2011 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    HERZEN

    Es tut mir von herzen sehr leid, ich bin mit meiner gedanken bei euch,ich wünsche euch viel kraft....

  • Dr. Julian Frei am 24.03.2011 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Zoo berlin

    Dank Knut konnte dieser Zoo mehr umsatz machen aber da jetzt Knut Tot ist gehen die Einnahmen retour. Zurecht auch für diesen Zoo sie haben Knut zu wenig gut geschaut das ist jetzt ihr eigenes problem.