Keine AKW in Österreich

20. März 2011 22:34; Akt: 21.03.2011 09:48 Print

Können wir das auch?

von Cécile Blaser - In Österreich gibt es keine AKW. Das sollte auch in der Schweiz möglich sein, so Experten.

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Symbolbild: Braunkohlekraftwerk in Vattenfall (D). Foto: key

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Während in der Schweiz 40 Prozent des Stroms von Atomkraftwerken stammt, kommt Österreich ganz ohne AKW aus. «Österreich ist der lebende Beweis dafür, dass ein funktionierender Stromhaushalt ohne eigene Atomkraftwerke möglich ist», so Greenpeace-Atomexperte Leo Scherer. In den 70ern entschied sich Österreich gegen AKW und stieg somit nie in die Atomenergie ein. «Sie stützen sich auf Wasserkraft und haben die neuen erneuerbaren Energien wie Biomasse, Wind- und Solarenergie konsequenter entwickelt als die Schweiz», so Scherer.

Der österreichische Greenpeace-Energiesprecher Niklas Schinerl gibt aber zu bedenken: «Auch wir sind am europäischen Stromnetz angeschlossen und importieren so bis zu 15 Prozent AKW-Strom.» Trotzdem ist Scherer überzeugt, dass die Schweiz von den Österreichern lernen kann: «Grosses Potenzial hat die Sonnenenergie. Mit Firmen wie OC Oerlikon haben wir eine bereits funktionierende Industrie dafür.» Auch Wind- und Wasserkraft seien realistische Alternativen. «Die Kraftwerke Beznau und Mühleberg könnten wir sofort abstellen.» Dies würde zwar bedeuten, dass vorübergehend auf Importstrom mit den Euro-Mix, der auch Kohlenkraftwerke enthält, zurückgegriffen werden müsste. «Langfristig gesehen ist das aber das kleinere Übel.»