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20. Juli 2014 16:17; Akt: 21.07.2014 12:26 Print

Kommt Hoeness tagsüber aus dem Gefängnis?

Offenbar verhandeln Anwälte eine Straferleichterung für den Ex-Präsidenten des FC Bayern. Kommt die durch, müsste Uli Hoeness nur noch die Nächte im Gefängnis verbringen.

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Zurück im Geschäft: Am 25. November 2016 wird Uli Hoeness auf der Jahreshauptversammlung von Bayern München wieder zum Präsidenten gewählt. Am 29. Februar 2016 darf Uli Hoeness das Gefängnis frühzeitig verlassen. Der ehemalige Bayern-Präsident hat die Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe abgesessen. Uli Hoeness kehrt am 26. Dezember 2014 ins Gefängnis zurück. Der ehemalige Bayern-Präsident durfte über Weihnachten zwei Tage zu seinen Liebsten in die Freiheit. Im September 2014 wurde bekannt, dass Uli Hoeness noch vor seinem Haftantritt all seine Steuerschulden an seine Wohngemeinde Miesbach beglichen hat. Laut Sueddeutsche.de ist die Rede von rund 40 Millionen inklusive Verzugszinsen. Uli Hoeness (l.) galt als robuster Fussballer. Mit Bayern gewann er in den 1970er-Jahren praktisch alle wichtigen Titel. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Hoeness 1972 Europameister und zwei Jahre später Weltmeister. Wegen eines Knorpelschadens musste er seine Karriere im Alter von 27 Jahren bereits beenden. Hoeness wurde nach seiner aktiven Karriere Manager bei Bayern München. Neben seiner Managerkarriere baute sich Hoeness ein zweites Standbein mit einer Wurstfirma auf. Im Februar 1982 überlebte Hoeness als Einziger von vier Insassen einen Flugzeugabsturz in der Nähe von Hannover. Ende 2009 wurde Hoeness neuer Präsident bei Bayern. Im November 2013 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt, worauf er seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Unter Honess gewannen die Bayern unzählige Titel. Anfang 2013 machte Hoeness eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung. Es war die Rede von 3,5 Millionen Euro, die er am Fiskus vorbeischleuste und auf einem Schweizer Bankkonto bunkerte. Am 10. März begann in München der Prozess gegen den Bayern-Präsidenten. Die Steuerschuld erhöht sich plötzlich auf 28,5 Millionen Euro. Immer an Ulis Seite: seine Frau Susanne. Hoeness wird am 13. März 2014 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Einen Tag später akzeptiert Hoeness das Urteil und verzichtet darauf, in Revision zu gehen. Er muss damit ins Gefängnis und sagt: «Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens.» Die Ämter bei Bayern legt Hoeness nieder.

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Glaubt man der in Sache Uli Hoeness stets gut informierten Bild am Sonntag (Bezahltext), haben die Anwälte des Ex-Präsidenten des FC Bayern München erste Gespräche mit der Strafvollstreckungskammer aufgenommen.

Angeblich wollen sie bis Mitte August durchsetzen, dass Hoeness eine substantielle Hafterleichterung erhält: Der 62-Jährige könnte tagsüber auswärts arbeiten und müsste lediglich zum Schlafen ins Gefängnis.

Laut BamS wollen die Anwälte ihre Anträge Mitte August einreichen, ihrem Anliegen könnte frühestens im September stattgegeben werden. Ganz wohl scheint Hoeness das Begehren nicht zu sein: Er soll erst gezögert haben, so die BamS, um nicht wieder in die Schlagzeilen zu geraten.

Hoeness sitzt seit Anfang Juni in der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Zuvor war er wegen Steuerhinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Im März war Hoeness per sofort als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern München zurückgetreten.

(gux)