Walfang

23. Juni 2010 15:45; Akt: 23.06.2010 15:50 Print

Kompromiss vom Tisch - Konferenz gescheitert

Der Fang von Grosswalen bleibt verboten. Die Internationale Walfangkonferenz hat den lange debattierten Textentwurf zur Zukunft des Walfangs verworfen.

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«Für diese Sitzung ist das Kompromisspapier vom Tisch», sagte der deutsche Delegationsleiter Gert Lindemann am Mittwoch im marokkanischen Agadir: «Alle Regierungen haben an ihren Positionen festgehalten.»

«Nach fast drei Jahren Verhandlungen, scheint es, dass unsere Gespräche in der Sackgasse sind», erklärte die US-Delegation.

Nach dem Entwurf sollte Japan, Island und Norwegen der Walfang mit festen Quoten für zehn Jahre erlaubt werden. Das Walfangverbot werden nun bestehenbleiben, sagte Lindemann. Japan, Island und Norwegen halten sich jedoch nicht daran - sie erkennen das Fangverbot nicht an oder berufen sich auf umstrittene Ausnahmeregelungen.

Das Kompromisspapier - das auch von der Schweiz unterstützt worden war - sah vor, den Walfang befristet zu legalisieren - allerdings mit beschränkten Fangquoten.

Die Ablehnung des Papiers sei kein endgültiger Entscheid- nach einer Abkühlungsphase von mindestens einem Jahr solle weiter verhandelt werden, betonte Lindemann. Auf der bis Freitag andauernden Konferenz in Agadir werden nun noch einzelne Themen wie Walschutzgebiete, Walfang indigener Völker und finanzielle Fragen verhandelt.

Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife wertete es als grossen Erfolg, dass der kommerzielle Walfang nun doch nicht freigegeben wird. Ein solcher Kompromiss hätte ausgerechnet die Länder belohnt, die seit vielen Jahren das Walfangverbot ignoriert haben, betonte die Organisation.

(sda)