Grossbritannien

06. Juli 2018 17:49; Akt: 06.07.2018 17:49 Print

Krankenschwester soll 17 Babys getötet haben

Eine 28-jährige Britin wird des Mordes an 17 Neugeborenen beschuldigt. Die Frau war Krankenschwester im Krankenhaus in Chester.

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In Grossbritannien ist die Mitarbeiterin eines Krankenhauses unter dem Verdacht festgenommen worden, mehrere Neugeborene ermordet zu haben.

Im Zuge der Ermittlungen zum Tod von 17 Babys in einem Krankenhaus im nordwestenglischen Chester zwischen März 2015 und Juni 2016 sei am Dienstagmorgen eine «medizinische Fachkraft» festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Untersucht würden ausserdem 15 Fälle von Schwächeanfällen von Neugeborenen, die nicht tödlich verliefen.

Festnahme sei wichtiger Schritt

Die festgenommene Frau werde bislang mit acht der tödlichen und sechs der nicht tödlichen Vorfälle in Verbindung gebracht. Die Festnahme sei ein wichtiger Schritt gewesen, aber «die Ermittlungen gehen weiter», sagte der Polizeikommissar Paul Hughes. Die Frau gehörte zum Pflegepersonal, doch blieb offen, ob sie Ärztin oder Krankenschwester ist oder eine andere Ausbildung hat.

Das Krankenhaus hatte Kontakt mit der Polizei aufgenommen, nachdem ein interner Bericht keine Erklärung für den ungewöhnlichen Anstieg der Zahl toter Neugeborener finden konnte. Der medizinische Leiter des Krankenhauses, Ian Harvey, sagte, der Krankenhausbetrieb sei «in seiner jetzigen Form sicher» und könne weitergeführt werden.

Verdächtige mittlerweile wieder freigelassen

Drei Tage nach ihrer Festnahme wegen des Mordes an mindestens acht Babys ist eine britische Krankenschwester vorerst wieder auf freiem Fuss. Die 28-Jährige sei angesichts der noch laufenden Ermittlungen vorläufig freigelassen worden, teilte die Polizei am Freitag mit.

Die Polizei erklärte, sie sei sich darüber im Klaren, dass die Ermittlungen «eine enorme Wirkung auf alle (betroffenen) Familien, Angestellten und Patienten in dem Krankenhaus» sowie auf die Öffentlichkeit hätten. Die Eltern der betroffenen Babys würden detailliert über den Fortgang informiert.

(sil/afp)