Absurder Fall

16. Juli 2014 15:16; Akt: 16.07.2014 16:18 Print

Künstlerin hat Ärger wegen Vagina-Bildern

Die Künstlerin Megumi Igarashi sitzt in Haft, weil sie 3-D-Daten ihrer Vagina verschickt hat. Dass alles nur Teil eines Kunst-Projekts sei, will die Polizei nicht verstehen.

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Die japanische Künstlerin Megumi Igarashi hat Ärger mit der Polizei – wegen ihrer Vagina. Sie wurde festgenommen, weil sie 3-D-Daten ihres Geschlechtsteils per Mail ungefähr 30 Männer geschickt habe. Der Versand von obszönem Material sei verboten, lautet der Vorwurf. Nur: Die Bilder sind Teil eines Kunstprojekts. Mit diesen Daten könnte mithilfe eines 3-D-Druckers ein Kanu in der Form von Igarashis Vagina hergestellt werden.

Wie «The Guardian» berichtet, hatte die 42-jährige Künstlerin ein Crowdfunding-Projekt gestartet, um das sogenannte Pussy-Boot anfertigen zu lassen. Die hohen Herstellungskosten sollten mit den Geldbeiträgen von Gönnern finanziert werden. Im Gegenzug versprach sie auf ihrer Website, die 3-D-Daten ihrer Genitalien zu verschicken und den Spendern auf eine Fahrt im fertigen Kanu einzuladen.

Männer dürfen, Frauen nicht

Mit ihrem Vagina-Boot wolle sie das gesellschaftliche Tabu rund um das Thema weiblicher Genitalien brechen, sagt Igarashi, die unter den Künstlernamen «Rokudenashiko» (übersetzt Taugenichts) arbeitet.

In einer Erklärung auf ihrer Website widerspricht sie den Vorwürfen der Polizei, Bilder ihrer Vagina gegen Geld verschickt zu haben. Sie könne auch nicht verstehen, wieso die Darstellung weiblicher Geschlechtsteile in der Kunst als anstössig gelte, während die Verbreitung männlicher Geschlechtsteile in der Pop-Kultur nichts Ungewohntes sei.

(kle)