Vier Jahre nach Anschlägen

09. Februar 2019 06:46; Akt: 09.02.2019 07:25 Print

Lebenslange Haft für 7 Angeklagte in Tunesien

2015 erschütterten die Anschläge auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunis und den Strand von Sousse Tunesien. Nun wurden lange Freiheitsstrafen ausgesprochen.

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Tödlicher Angriff aufs Ferienparadies: Schuhe und ein blutverschmiertes Buch am Strand von Sousse, rund 140 Kilomter südlich der tunesischen Hauptstadt Tunis. Die Terrormiliz Islamischer Staat übernimmt die Verantwortung für den Anschlag. (26. Juni 2015) Einschussloch in einer Fenstertür des Hotels Marhaba in Sousse, dahinter Touristen. Beim Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien sind 26. Juni 2015 mindestens 38 Menschen getötet worden - darunter nach Angaben der örtlichen Behörden Deutsche, Briten und Belgier, wie das tunesische Gesundheitsministerium mitteilte. Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Augenzeugen, zwei Terroristen seien von der Strandseite aus auf das Hotelgelände vorgedrungen. Einer habe plötzlich aus einem zusammengefalteten Sonnenschirm ein Sturmgewehr hervorgeholt und auf Menschen geschossen, die am Strand lagen. Gemäss unbestätigten Meldungen verhafteten Sicherheitskräfte einen zweiten Attentäter. Später aber teilte das tunesische Innenministerium mit, dass für das Attentat in Sousse ein Einzeltäter verantwortlich sei. Leichen am Strand El Kantaoui bei Sousse: Der Attentäter hat ein regelrechtes Massaker angerichtet. Die Leiche der Attentäters liegt auf der Strasse. Bei den betroffenen Hotels handelt es sich um das Imperial Marhaba und das Hotel Riu Bellevue Park. Der private Touristenstrand vor den beiden Hotels wurde geräumt. Der vom Attentat betroffene Ort Sousse liegt im Nordosten von Tunesien und das Gebiet El Kantaoui, wo sich die die Hotelanlagen befinden, ist ein beliebter Touristenort. Kurz nach dem Terroranschlag verliessen Touristen den Badeort Sousse. Rettungskräfte brachten Verletzte ins Spital. Der offenbar allein handelnde Attentäter schoss am Strand auf die Sonnenbadenden und im Hotel Imperial um sich. Eine Leiche liegt im Poolbereich des Hotel Imperial. Unter den Opfern sind vor allem Deutsche und Briten. Eine Blutspur vor dem Hotel Imperial zeugt von dem Anschlag. Schockierte Touristen scheinen noch kaum fassen zu können, was passiert ist. Auch rund um die Hotelanalgen liegen Tote. Tote Touristen am Strand. Die Spurenermittlung nahm sofort ihre Arbeit auf.

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Fast vier Jahre nach den Anschlägen auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunis und den Strand von Sousse hat ein tunesisches Gericht sieben Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Dies teilte die tunesische Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Demnach wurden in den beiden Prozessen zudem Haftstrafen von sechs Monaten bis 16 Jahren gegen weitere Angeklagte verhängt. Die Verfahren gegen 27 weitere Angeklagte wurden allerdings eingestellt.

Bei dem Angriff auf das Bardo-Nationalmuseum in der tunesischen Hauptstadt waren 21 ausländische Touristen und ein Polizist im März 2015 getötet worden. Drei Monate später tötete ein bewaffneter Angreifer vor einem Strandhotel im Badeort Port El Kantaoui bei Sousse 38 Touristen, darunter 30 Briten und zwei Deutsche. Zu beiden Anschlägen bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Den Angeklagten wurde auf der Grundlage eines im Sommer 2015 verabschiedeten Anti-Terror-Gesetzes der Prozess gemacht. Im Prozess wegen des Anschlags auf das Bardo-Nationalmuseum standen nach Angaben der Staatsanwaltschaft insgesamt 25 Angeklagte vor Gericht, von denen 22 bereits in Untersuchungshaft sassen. Wegen des Anschlags in Sousse standen 26 Angeklagte vor Gericht, von denen 18 in Haft sassen.

(sda)