Streit um Budget

11. August 2009 15:53; Akt: 11.08.2009 15:54 Print

Leere Batterie verhindert Tsunamiwarnung

Letzte Nacht erschütterten zwei Erdbeben den Indischen Ozean. Eine Tsunamiwarnung wurde ausgelöst. Doch im Ferienparadies Phuket in Thailand schliefen die Touristen seelenruhig weiter – weil eine Batterie den Geist aufgab.

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Zwei Erdbeben im Indischen Ozean lösten in verschiedenen Ländern und an mehreren Orten in Thailand eine Tsunamiwarnung aus. Betroffen war auch die Provinz Phang Nga unweit von Phuket. Das ganze Dorf wurde dort evakuiert. Die Menschen in Phuket hingegen schliefen friedlich weiter.

Kein Budget für die Batterie

Im Jahr 2006 richtete die nationale Unglückwarnstelle ein System zur Tiefseee-Überprüfung und Auswertung von Tsunamis (DART) ein. Eine Dart-Boje wurde darauf auch vor Phuket ausgesetzt. Das Tsunami-Alarmsystem schien gesichert. Doch wie die «Phuket Gazette» berichtete, hat die Boje letztmals am 16. Juni ein Signal gesendet. Dann gab sie den Geist auf. Der Grund ist so simpel wie verblüffend: Die Batterie der Boje ist leer.

Chotenarin Kerdsom, Leiter des Departements für Prävention von Unglücken in Phuket, bestätigte gestern: «Die ursprüngliche Batterie war konzipiert, um die Boje für ein Jahr mit Strom zu versorgen, glücklicherweise lief sie sogar zwei Jahre», sagte er gegenüber der «Phuket Gazette». Weshalb die Batterie bis heute noch nicht ersetzt wurde, hat einen ebenso simplen wie erschreckenden Grund: Die für den Ersatz des Akkus zuständige nationale Unglückwarnstelle hat bis jetzt noch kein Budget erhalten.

Politischer Machtkampf verhindert Warnsystem

Der Präsident der Nationalen Unglücks-Warnstelle, Dr. Smith Dharmasaroja, ist frustriert. Für ihn liegt der Grund des fehlenden Geldes in einem innenpolitischen Machtkampf. Gegenüber der «Phuket-Gazette» sagte er: «Ich habe schon mehrmals versucht, Geld für das Auswechseln der Batterie zu erhalten. Leider ohne Erfolg.»

Die benötigte Batterie sei nicht teuer. Für den Austausch braucht es aber ein speziell ausgerüstetes Schiff. Dies benötigte ein Budget von rund 10 Millionen Bath – rund 300 000 Franken. «Für das Jahr 2010 stehen die Chancen für das Austausch-Geld gut», so Kerdsom.

Rund 228 000 Menschenleben forderte die letzte grosse Tsunamiwelle im Dezember 2004. Ein Erdbeben der Stärke 9,8 löste damals die Welle im Indischen Ozean aus und besiegelte das Schicksal der nichts ahnenden Bevölkerung.

(ale)