Tödlicher Badeunfall

05. Dezember 2008 20:05; Akt: 05.12.2008 20:10 Print

Lehrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Wegen eines tödlichen Badeunfalls eines Schülers einer Waadtländer Schulklasse ist der Klassenlehrer vom Strafgericht Vevey wegen fahrlässiger Tötung zu 30 Tagessätzen à 100 Franken verurteilt worden. Der mitangeklagte Sportlehrer wurde freigesprochen.

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Der Staatsanwalt hatte Strafen von 40 respektive 15 Tagessätzen beantragt. Aus seiner Sicht hatten die Lehrer am Ort des Unglücks die Aufsichtspflicht und im Vorfeld des Klassenlagers die Sorgfaltspflichten verletzt. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Der Badeunfall ereignete sich am Abend des 15. September 2004 während eines Kajak- und Kanulagers an der Ardèche (F). Das 15- jährige Opfer war beim Baden in eine starke Strömung geraten und ertrunken. Der Klassenlehrer befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls rund 50 Meter vom Badeort entfernt.

«Schweren Fehler» gemacht

Das Gericht befand ihn für schuldig, seiner Aufsichts- und Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen zu sein. Der erfahrene und qualifizierte Lehrer habe einen «schweren Fehler» begangen.

Der ebenfalls angeklagte Sportlehrer hatte vor dem Klassenlager an der Ardèche die Schwimmfähigkeiten der 16 Teilnehmenden getestet. Er hatte den Klassenlehrer nicht darüber aufgeklärt, dass das spätere Opfer den von der Schule vorgeschriebenen Schwimmtest nicht bestanden hatte.

Damit habe er seine Informationspflicht zwar verletzt, stellte das Gericht fest. Es befand aber, der Mann habe sich damit noch «innerhalb der Grenzen des akzeptablen Risikos» bewegt. Ein eigentlicher Fehler könne ihm nicht angelastet werden.

(sda)