Gekenterte «Waldhof»

13. Februar 2011 17:02; Akt: 13.02.2011 18:45 Print

Leiche in Säuretanker geborgen

Einsatzkräfte haben den Säuretanker «Waldhof» geborgen. Dabei haben sie die Leiche eines vermissten Besatzungsmitglieds entdeckt. Der Tote ist bislang noch nicht identifiziert.

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In den völlig zerstörten Räumen des Wohnbereichs des «Waldhof»-Tankers haben Einsatzkräfte eine Leiche geborgen. Es handelt sich hierbei um eines der beiden noch vermissten Besatzungsmitglieden. Die Leiche fand sich in den völlig zerstörten Räumen des Wohnbereichs der «Waldhof», wie die Einsatzleitung am Sonntag in St. Goarshausen mitteilte. Die Identität des Toten ist noch unklar. Die Suche nach der zweiten Leiche wurde abgebrochen.

Die Bergung des havarierten Säuretankers im Rhein nahe der Loreley ist abgeschlossen. Am Sonntagabend wurde das Schiff von der Fahrrinne des Rheins in den nahen Loreleyhafen in St. Goarshausen geschleppt. Die Bergung ging damit schneller und einfacher vonstatten, als von der Einsatzleitung erwartet.

Die Bergungsexperten hatten am Morgen zunächst damit begonnen, im Bugbereich des Schiffs zwei der insgesamt sieben inzwischen mit Rheinwasser gefüllten Säuretanks leerzupumpen. Dadurch bekam das Schiff, das am Heck aus dem Wasser ragte, Auftrieb. Gleichzeitig wurde das auf der Seite liegende Wrack mit Hilfe von Stahlseilen von zwei Schwimmkränen langsam gedreht, bis es nahezu wieder aufrecht im Wasser lag. Nach weiteren Abpumparbeiten zur Stabilisierung konnte der Tanker schliesslich in den nahen Hafen gezogen werden.

Havarist soll untersucht werden

Im Loreleyhafen soll die «Waldhof» auf Schäden untersucht werden. Unklar ist vor allem, wie stark beschädigt die linke Seite des Tankers ist. Von eventuell notwendigen Ausbesserungsarbeiten hängt dann ab, wann das 110 Meter lange Wrack über den Rhein weggeschleppt werden kann.

Ursprünglich hatten die Experten mit einem viel langsameren Voranschreiten der Arbeiten gerechnet. Die Schifffahrt auf dem Rhein war deshalb vorsorglich bis Dienstagmorgen gesperrt worden. Über eine mögliche frühere Freigabe wollten die Einsatzleitung und das Wasser- und Schifffahrtsamt noch am Abend entscheiden. Die Sperrung der beiden Bundesstrassen 9 und 42 links und rechts des Rheins war - ausser direkt an der Unfallstelle in St. Goarshausen - bereits am Mittag wieder aufgehoben worden.

Die «Waldhof» war am 13. Januar mit knapp 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord gekentert. Mehr als zwei Drittel davon waren nach dem Unglück ausgelaufen oder mussten von der Einsatzleitung kontrolliert in den Rhein gepumpt werden.

(ap)