18. April 2007 17:25; Akt: 18.04.2007 17:50 Print

Letzter Kaiser-Enkel findet letzte Ruhe

Der letzte Enkel des ehemaligen deutschen Kaisers Wilhelm II. ist am Mittwoch in Potsdam beigesetzt worden. Prinz Wilhelm Karl von Preussen wurde im engsten Familienkreis auf dem Bornstedter Friedhof am Park Sanssouci zu Grabe getragen

Fehler gesehen?

Der frühere Herrenmeister des Johanniterordens fand seine letzte Ruhe an der Seite seines 1939 gefallenen Bruders Oskar Prinz von Preussen.

Am (morgigen) Donnerstag soll es im Berliner Dom, der früheren Hauptkirche der Hohenzollern, eine öffentliche Trauerfeier geben. Wilhelm Karl von Preussen war am Ostermontag im Alter von 85 Jahren im niedersächsischen Holzminden verstorben. Bereits am vergangenen Montag hatte es dort eine Trauerfeier für Freunde und Bekannte gegeben. Der Verstorbene hinterlässt seine Frau Armgard von Veltheim, die er 1952 geheiratet hatte, die Tochter Donata sowie die Söhne Wilhelm Karl und Oskar.

Wilhelm Karl wurde gut drei Jahre nach der Abdankung seines Grossvaters als Kaiser am 30. Januar 1922 als jüngstes von vier Kindern in der Potsdamer Villa Quandt geboren. Nach dem Abitur trat er 1939 in die Wehrmacht ein und erlebte als Offizier den Russlandfeldzug. 1943 musste er auf Grund des Prinzenerlasses, der allen Angehörigen ehemals regierender Fürstenhäuser eine Militärlaufbahn in der Wehrmacht untersagte, die Armee verlassen.

Nach Kriegsende liess er sich in Holzminden nieder. Bei Dragoco, einer Firma für Duft- und Geschmacksstoffe, begann er eine kaufmännische Ausbildung. Bis 1984 war er dort als Geschäftsführer tätig. Herrenmeister des Johanniterordens war er von 1958 bis 1999. Bereits seit mehr als 400 Jahren wird dieses Amt von Prinzen von Preussen ausgeübt. Unter Wilhelm Karls Leitung kehrte der Orden, der einen Rettungsdienst und soziale Dienste betreibt, nach der Wiedervereinigung nach Ostdeutschland zurück.

(ap)