Sieg für Tierschützer

03. Januar 2017 19:19; Akt: 04.01.2017 11:36 Print

Letzter Vorhang für die Orca-Show in San Diego

Seaworld stellt nächsten Sonntag seine umstrittene Orca-Show in Kalifornien ein. Die Proteste der Tierschutzorganisationen haben offenbar gewirkt.

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2017 beginnt mit einer guten Nachricht für Tierliebhaber: Der Freizeitpark Seaworld in San Diego wird am kommenden Sonntag zum letzten Mal seine umstrittene Orca-Show «One Ocean» in Kalifornien vorführen. Die Show soll durch ein neues Programm ersetzt werden, welches dem «natürlichen Verhalten» der Tiere näher kommen soll, kündigte das Unternehmen an. Die Zuschauer sollten dann mehr über den Schutz der Schwertwale lernen.

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Wie der Sender «Fox 5» berichtet, reagiert Seaworld damit nicht nur auf den Vorwurf der Tierquälerei, sondern auch auf fallende Besucherzahlen in seinen Freizeitparks. Seaworld-Chef Joel Manby hatte die neue Geschäftsstrategie, mit der er das Image von Seaworld verbessern wolle, vor über einem Jahr vorgestellt: «Wir hören auf unsere Gäste und entwickeln uns als Unternehmen», sagte er damals.

Zuchtprogramm eingestellt

Zudem hatte Seaworld vergangenen März die Einstellung seines Zuchtprogramms angekündigt. Die verbliebenen Wale würden zwar in den Parks bleiben, da sie in freier Wildbahn nicht überleben könnten, teilte Seaworld mit, es werden aber keine Orcas mehr gezüchtet.

Die Seaworld-Parks stehen seit Jahren in der Kritik. Tierschützer beanstanden die schlechten Lebensbedingungen der Schwertwale. Orcas gelten als sehr soziale Tiere, die unter der beengten Einzelhaltung und Gefangenschaft leiden.

Ein Dok-Film brachte Veränderungen

Besondere Aufmerksamkeit erfuhr das Thema durch den Dokumentarfilm «Blackfish» aus dem Jahr 2013, der sich um einen in Gefangenschaft lebenden Wal dreht. In dem Film erzählt der ehemalige Seaworld-Wal-Trainer John Jett von der Qual gefangener Orcas.

Nach der Veröffentlichung des Films gingen Besucherzahlen, Umsatz und Gewinn von Seaworld zurück. Das Unternehmen strich aufgrund dessen insgesamt 320 Arbeitsplätze in den zwölf US-Parks sowie in der Firmenzentrale.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aladin Burger am 03.01.2017 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ein kleiner Schritt...

    ...für die Menschheit, ein riesen Sprung für diese Wale. Oder umgekehrt. Da besteht immer noch viel Handlungsbedarf.

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  • Sumbil am 03.01.2017 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Sea World..

    ..und sämtliche Delphinarien oder sonstige Tier-Shows, die zu unserer Belustigung dienen, zu boykottieren ist der einzige Weg, wie sie endlich abgeschafft werden. Für alle die sich für das Thema interessieren: The Cove von Ric O'Barry! (Achtung nichts für schwache Nerven!) "The Dolphins smile is the biggest illusion on earth"

  • Lisa Neuengruber am 03.01.2017 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Orlando

    Leider wird die Show in Orlando noch 2 Jahre weitergehen - der Grund - das liebe Geld. Während in Kalifornien der Druck auf Sea World extrem hoch war ist Florida halt weiterhin eine Touristenstadt und da fragt niemand nach Tierwohl.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • free willy am 04.01.2017 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Wesentliche..

    Ich bin im Fall überhaupt kein Tierschützer oder so, aber dieser Titel stiess mir trotzdem sauer auf; sollte es nicht heissen: Sieg für die Orcas?! Darum geht es doch.

  • Martin Brugger am 04.01.2017 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Das Bewusstsein nimmt zu. In einigen Jahren wird man hoffentlich auch erkennen, dass Schweizer Institutionen wie der Zirkus Knie oder der Zoo Zürich aus ethischer Sicht nicht mehr tragbar sind.

    • Dominik Fuhrer am 04.01.2017 17:25 Report Diesen Beitrag melden

      ...

      Sowie allgemein die Haltung von Tieren, seien es Nutztiere oder auch Haustiere.

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  • Didel am 04.01.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner Sieg

    Endlich, da war Sea Shepherd auch nicht unbeteiligt! Und übrigens erkennen sich Wal- und Delfinfamilien auch nach Jahrzehnten noch...Die Tiere könnten also zurückgeführt werden. Ops nein, das würde ja Geld kosten und Sea World hätte weniger Einnahmen ohne die Orcas....geht ja gar nicht...

  • Fleischtiger am 04.01.2017 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange noch?

    Na toll. Da haben die Tierschützer wieder ein paar Arbeitsplätze vernichtet. Wann hört diese ewige Bevormundung auf?

    • N.H. am 04.01.2017 15:38 Report Diesen Beitrag melden

      Go Whales

      Genau wegen solchen Menschen wie Ihnen feier ich diesen Erfolg für die Tiere!!

    • Stefan K am 04.01.2017 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fleischtiger

      Allenfalls sollten wir sie auch in einem zoo unter seltener vogel in einem käfig halten. Ohne Waffen wären wir nicht an der spitze der nahrungskette. Übrigens sollen wir uns nicht überall einmischen, schon garnicht im meer, dieser teil gehört nicht uns, oder können sie unter Wasser atmen?

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  • olivia am 04.01.2017 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    research center

    Wer durch die USA fährt und Unterwassertiere sehen möchte, sollte sich nach "research center" umschauen. Gibt vielleicht auch da schwarze Schafe, aber grundsätzlich geht es dort den Tieren besser als in einem Vergnügungspark. Wir sind an mehreren Seaworlds vorbeigefahren, einfach weil wir das nicht unterstützen wollten. In San Diego gibt es zum Beispiel in La Jolla ein Aquarium, welches zur UCSD (Uni) gehört. Klein, aber sehr empfehlenswert. In Florida gibts das Dolphin Research center, welches nur (noch) verwundete Delphine und schutzlose Kälber aufnimmt. Aber auch da: Haltung suboptimal.