13. März 2008 08:43; Akt: 13.03.2008 16:31 Print

Licht ins Dunkel für die Schönheit

von Tina Fassbind - Der Schönheitswahn macht vor keinen Körperpartien Halt. Auch nicht vor Stellen, die höchst selten zu sehen sind. Anal Bleaching heisst der neuste Trend aus Amerika.

Anal Bleaching in the USA (Quelle: YouTube)
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Ein paar Härchen weg, da die Falten aufgespritzt und dort ein paar Pfunde weggesogen. Längst nichts Aussergewöhnliches mehr, alles mittlerweile Standard. Doch nun könnte ein neuer Trend über den grossen Teich schwappen, der sich bisher kaum beachteten Körperpartien widmet.

Trend aus der Pornobranche

Anal Bleaching ist das Zauberwort. Eine Behandlung, bei der dort die Haut aufgehellt wird, wo normalerweise ewiges Dunkel herrscht. Die Idee dazu stammt ursprünglich aus der Pornobranche. Damit die Rosette hübsch rosig aussieht, wenn die Kamera drauf zoomt, wird diese Körperpartie mit Bleichcreme aufgehellt – also gebleacht.

«Die Amerikaner verordnen für das Bleaching rezeptpflichtige Bleichungscremen, welche normalerweise für Hyperpigmentationen wie Sonnenflecken oder Melasma verwendet werden», erklärt Dr. Daniel Fuchs, Dermatologe und Botoxspezialist, gegenüber 20minuten.ch.

Gefährlich sei das Ganze nicht, aber unangenehm: «Bei Anwendungen im analen Bereich handelt es sich um einen Off-Label-Use, der theoretisch zu kosmetisch akzeptablen Resultaten führt, jedoch aufgrund der Analschleimhaut relativ rasch Juckreiz bewirken kann.»

«Wir werden hoffentlich keine Anfrage bekommen»

Einige wenige kommen also nach dem Bleaching in den Genuss, eine zartrosa Rosette zu Gesicht zu bekommen – die grosse Mehrheit kann dem oder der Analgebleachten aber nur beim Kratzen am Po zusehen. Fragt sich also: Gibt es überhaupt Leute, die sich eine solche Prozedur antun? «Wir haben diesbezüglich absolut keine Anfragen und werden hoffentlich auch keine bekommen», so Dr. Fuchs. «Ich glaube auch nicht, dass sich eine solche Behandlung bei uns etablieren kann.»

Das Rad der Zeit zum Stehen bringen

Nichtsdestotrotz haben auch die Patienten von Dr. Fuchs oft seltsame Anfragen: «Eine Patientin wollte, dass ich die Lippen aufspritze, damit man das Kinn nicht mehr sieht. Ich habe das natürlich abgelehnt.» Für ihn kommt ein Eingriff erst in Frage, wenn er zum Gesicht passt. «Es muss ästhetisch stimmen, zum Typ passen», so Fuchs. «Das grosse Ziel ist es, den Status Quo zu erhalten. Schliesslich will man für das Alter, das man hat, gut aussehen. Natürlich lässt sich das Rad der Zeit nicht stoppen, aber wir können machen, dass es sich nicht so schnell dreht.»


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