29. April 2005 14:48; Akt: 29.04.2005 14:51 Print

Liebhaber der Ehefrau abgeschlachtet

Das Basler Strafgericht hat einen 37-jährigen Türken wegen Mordes und versuchter vorsätzlicher Tötung zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt.

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Der Angeklagte hatte im Mai 2001 einen Landsmann umgebracht. Hintergrund der brutalen Geschehnisse vom 22. Mai 2001 bildete die Beziehung der Ehefrau des Angeklagten zum Opfer. Nachdem der Angeklagte zwei Tage zuvor mit weiteren Familienangehörigen dem Opfer vergeblich aufgelauert hatte, war es in der Wohnung des Angeklagten zu einem Treffen gekommen, welches für den 30 Jahre alten Türken tödlich endete.

Mit Nahschuss getötet

Todesursache war eine Verletzung des Hirnstammes, verursacht durch einen absoluten Nahschuss. Aufgrund der Aussagen der Beteiligten und der Spuren gelangte das Gericht zur Überzeugung, dass der Angeklagt den tödlichen Schuss auf das Opfer abgegeben hatte.

Zu diesem Zeitpunkt war das Opfer als Folge von brutalen Schlägen mit Pistolengriffen auf den Kopf bereits erheblich verletzt. Mit dem Todesschuss war aber die Gewalt noch nicht zu Ende. Der Angeklagte liess sich ein Messer geben, mit dem er auf das bereits tote Opfer einstach.

Nach der Bluttat setzte sich der Angeklagte in die Türkei ab. Anfang 2004 stellte er sich freiwillig den Schweizer Behörden. Er gab zu, dem Opfer am 20. Mai 2001 aufgelauert zu haben, bestritt jedoch die Schläge und den Todesschuss vom 22. Mai.

Für die Schläge sind nach Meinung des Gerichts der Angeklagte und ein weiterer Beteiligter verantwortlich. Dieser hatte dem Angeklagten die Waffe für den tödlichen Schuss übergeben.

Er ist vom Appellationsgericht bereits früher wegen Mordes zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Drei weitere Beteiligte sind wegen weniger gravierender Delikte zu bedingt vollziehbaren Strafen verurteilt worden.

Opfer abgeschlachtet

Das Gericht qualifizierte die Tötung als Mord. Der Angeklagte habe das ahnungslose Opfer hinterhältig zu einem Treffen in seine Wohnung bestellt, wo es dann zu einer regelrechten Abschlachtung gekommen sei, sagte der Gerichtspräsident in der mündlichen Begründung des Urteils. Den ersten Anlauf vom 20. Mai beurteilte das Gericht als versuchte vorsätzliche Tötung.

Das vom Gericht ausgesprochene Strafmass von 18 Jahren entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Als Nebenstrafe ordnete das Gericht eine Landesverweisung von 15 Jahren unbedingt an. Den Hinterbliebenen wurden Genugtuungssummen von insgesamt 145 000 Franken zugesprochen.

(sda)