Indonesien

08. November 2018 02:19; Akt: 08.11.2018 02:33 Print

Lion-Air-Passagierjet rammt Lichtmast

Kurz nach dem Absturz einer Lion-Air-Maschine mit 189 Toten kommt es beim indonesischen Billigflieger schon wieder zu einem Zwischenfall.

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An der Unglücksstelle trieben nebst Leichenteilen grössere Wrackteile, ausserdem Rettungswesten, Handyhüllen, Ausweise, Führerscheine und verschiedene andere Dokumente. Blackbox der Lion-Air-Maschine gefunden. Das Wrack der Lion-Air-Maschine liegt nach Angaben der Behörden etwa 35 Meter weiter unten auf dem Grund der Javasee, die an dieser Stelle nicht besonders tief ist. Unter den Todesopfern sind auch mehrere Beamte des indonesischen Finanzministeriums, die übers Wochenende in der Hauptstadt waren. Die Boeing 737 des Billigfliegers Lion Air stürzte am Montag wenige Minuten nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Jakarta aus zunächst ungeklärter Ursache ins Meer. Der Such- und Rettungseinsatz läuft noch immer auf Hochtouren. Ein von Rettern gefundenes Wrackteil des Flugzeugs. Weitere Wrackteile. Rettungskräfte suchen derzeit nach Überlebenden. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist jedoch gering. Ein Sprecher der Rettungsdienste, Muhammad Syaugii, sagte: «Wir haben Rettungswesten, Handys und Flugzeugteile entdeckt.» Diese Fundstücke sollen den Passagieren gehört haben. Nach kurzer Suche wurden nach dem Absturz im Meer die ersten Trümmer entdeckt. Etwa 70 Kilometer von Jakarta entfernt. An der Unglücksstelle ist ein grösserer Flugbenzin-Teppich zu sehen. Beim Absturz der Passagiermaschine sind vermutlich alle 189 Insassen ums Leben gekommen: Familienangehörige der Opfer am Flughafen Pangkal Pinang. Die Angehörigen beten und warten auf Neuigkeiten. Nach Angaben der Rettungsdienste wurde der Flug JT-610 zuletzt bei Karawang in der Provinz West-Java geortet. Dort sei auch der Funkkontakt zum Flugzeug abgebrochen. Lion Air ist die grösste Billigfluglinie des Inselstaats Indonesien mit seinen mehr als 250 Millionen Einwohnern und wurde 1999 gegründet. Die Boeing 737 MAX wurde erst im August in Betrieb genommen... ...und war nach Angaben des Unternehmens kurz vor dem Start wegen eines technischen Problems repariert worden. Der Kontakt zu dem Flugzeug brach nach Angaben des indonesischen Verkehrsministeriums rund 13 Minuten nach dem Start ab. Auf der Internetseite Flightradar war zu sehen, wie die Maschine beim Start eine Schleife nach Süden machte... ...und dann in Richtung Norden flog, bis sie plötzlich vom Radar verschwand. Das Flugzeug sei in 30 bis 40 Meter tiefes Wasser gestürzt, sagte ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die Maschine sollte von Jakarta nach Pangkal Pinang auf der Insel Bangka fliegen, von wo aus sich sonnenhungrige Urlauber häufig auf die nahegelegene Insel Belitung aufmachen. An Bord der Maschine befanden sich nach Angaben der indonesischen Behörde für Verkehrssicherheit insgesamt 189 Menschen - 178 erwachsene Passagiere, ein Kind, zwei Babys, zwei Piloten und sechs Flugbegleiter. Das Verkehrsministerium hatte zunächst von 188 Insassen gesprochen.

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Nur wenige Tage nach dem folgenschweren Absturz einer Passagiermaschine des indonesischen Billigfliegers Lion Air hat ein anderer Jet dieser Gesellschaft auf einem Flughafen auf Sumatra einen Lichtmast gestreift. Dabei wurde die Spitze der Tragfläche beschädigt.


Wie die Airline am Donnerstag mitteilte, rollte die Maschine gerade zum Start zum Flug von Bengkulu nach Jakarta. Nach dem Zwischenfall verliessen die Passagiere das Flugzeug, Lion Air stellte eine Ersatzmaschine bereit.

Bei dem Absturz einer Boeing 737 Anfang vergangener Woche in die Javasee starben alle 189 Insassen der Maschine. Die Suche nach den Opfern auf dem Meeresgrund dauert gegenwärtig an.

(chk/sda)