Neulich in Uganda

10. Oktober 2012 12:58; Akt: 10.10.2012 15:23 Print

Löwin adoptiert Kitzlein

Sie hat soeben seine Mutter gefressen, und das Kitzlein präsentiert sich als Dessert. Doch dann wird die Räuberin von der Zutraulichkeit des Antilopen-Jungen völlig überrumpelt.

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Gefährliche Situation im Queen-Elizabeth-Nationalpark in Uganda: Die Löwin hat soeben die Mutter der kleinen Kob-Antilope verspeist - und das Waisenkind präsentiert sich als Nachtisch. Während rund 45 Minuten stehen sich die beiden Auge in Auge gegenüber. Das Kitz passt perfekt ins Beuteschema der Savannenjägerin. Doch dann .... ... wirft sich das Kleine zutraulich an die Brust der völlig verdutzten Löwin und appelliert offenbar an deren Mutterinstinkt. Ab sofort wird die Räuberin das Kleine beschützen, was sie der Umgebung auch sogleich mit lautem Gebrüll mitteilt. Ihre Kolleginnen befinden sich nämlich ganz in der Nähe. Sie haben sich nach erfolgreicher Jagd auf einen Baum verzogen. Und ob diese dem Kitz gegenüber dieselben mütterlichen Gefühle aufbringen werden, darf bezweifelt werden. Dass Löwinnen ein Kitzlein adoptieren, kommt ab und zu mal vor. Meist endet die Geschichte aber mit dem Tod der Antilope. Entweder weil sie verhungert oder weil sie in einem unbeaufsichtigten Moment von einem anderen Löwen gefressen wird. «Unsere» Löwin streichelt ihrem neuen Baby zärtlich über den Kopf. Die Jägerin entpuppt sich als richtige Schmusekatze. Doch plötzlich schreckt sie auf. Das Geräusch von näherkommenden Autos irritiert sie. Kuzerhand packt sie «ihr» Junges am Genick und transportiert es von dannen. Das Kitz sieht erschreckt aus, doch ihm ist nichts passiert. Laut Adri De Visser, der diese Szene fotografierte, haben Touristen die beiden ein paar Tage später wiedergesehen. Die kleine Antilope sei (noch) bei bester Gesundheit gewesen.

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Sicher, so richtig ausgehungert war die Löwin wohl nicht mehr. Schliesslich hat sie sich gerade an einer Kob-Antilope gütlich getan. Doch sie musste das Mahl mit ihren Artgenossen teilen. Ein Kitzlein zum Dessert wäre daher genau das Richtige gewesen.

Doch das Raubtier griff nicht an. Lag es daran, dass das verwaiste Antilopenbaby keinerlei Furcht vor der Löwin zeigte – obwohl diese gerade seine Mutter getötet hatte? Oder war die Grosskatze einfach zu faul?

Von der Killerin zur Schmusekatze

Ganze 45 Minuten standen sich Raubkatze und Beutetier Auge in Auge gegenüber. Bis das Kitz etwas Unerwartetes tat: Zutraulich hüpfte es auf die Löwin zu und appellierte offenbar an deren Mutterinstinkt. Aus der Killerin wurde eine richtige Schmusekatze, wie die Bilder der Diashow zeigen (siehe oben).

Dass Löwinnen ein Kitzlein adoptieren, kommt ab und zu vor. Meist endet die Geschichte aber mit dem Tod der Schwächeren. Entweder weil sie verhungern oder weil sie in einem unbeaufsichtigten Moment von einem anderen Löwen gefressen werden.

«Unser» Kitzlein und seine neue Mutter wurden ein paar Tage nach dieser Szene von Touristen beobachtet. Die kleine Antilope sei (noch) bei bester Gesundheit gewesen.

(kmo)