Solarreaktor

05. Januar 2011 23:04; Akt: 05.01.2011 20:57 Print

Machen die Chinesen das grosse Geld?

Der Solarreaktor, den Schweizer Forscher entwickelt haben, könnte die Welt verändern. Doch die ETH hat darauf kein Patent angemeldet. So läuft sie Gefahr, dass andere mit ihrer Erfindung Milliarden verdienen.

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Kein Patent: Solche Anlagen für Solarreaktoren könnten einst andere Länder bauen.

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Der Solarreaktor, den Forscher um Aldo Steinfeld von der ETH Zürich gebaut haben, ist ein Meilenstein (20 Minuten berichtete). Indem die Forscher ihre Erfindung im Fachblatt «Science» vorgestellt haben, haben sie darauf verzichtet, die Neuigkeit zu patentieren. Denn eine bereits publizierte Forschung kann nicht mehr angemeldet werden. «Unser primäres Ziel ist es, Technologien aus der ETH der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, und erst an zweiter Stelle, aus der Lizenzierung von Patenten einen Profit zu ziehen», erklärt Marjan Kraak, Verantwortliche für Vermarktung ­Patente und Lizenzen bei ETH Transfer. Damit ist die ETH ­Zürich allerdings das Risiko eingegangen, dass auslän­dische Forscher das Projekt weiterentwickeln und ihre Fortschritte dann paten­tieren.

Bereits einmal hat die Schweiz es verpasst, von einer bahnbrechenden Erfindung zu profitieren – als die ETH vor 50 Jahren einen der ersten rudimentären Computer baute. FDP-Nationalrat Ruedi Noser hofft, dass sich dies nicht wiederholt: «Es ist sicher nicht Aufgabe der ETH, mit Patenten Geld zu machen. Es wäre aber begrüssenswert, wenn Schweizer Firmen von ihrer Forschung profitieren könnten.» Obwohl Steinfeld am liebsten Schweizer Partner für das Projekt gewinnen würde, könnte das nun schwierig ­werden: «Die Wirtschaft fordert immer öfter Patente, bevor sie im grossen Stil investiert», sagt Alban Fischer vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum.

(hal/20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Inge Nieur am 06.01.2011 05:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wir verschenken alles!!!

    Sorry, wenn ich das jetzt so hinstelle! Aber das sind Deppen!!! Die grössten Entwicklungen in den letzen 100 Jahren in der Technik wurden von Schweizer gemacht... und keiner hat sein Geraffel patentieren lassen. Wir müssen high tech Patente die eigentlich von Schweizer "erfunden" wurden für teueres Geld vom Ausland einkaufen. Ich bin selber el. Ing. und weis von was ich rede... da ist z.B. die 7 Segment Anzeige, das war ein Ing. der damaligen BBC, LCD Anzeigen=> eine CH Erfindung mit ausländischem Patent, Solar Panel=> dito ... die Liste liese sich beliebig lange fortsetzten....!

  • Ulf Benz am 06.01.2011 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Passt zur Schweiz

    Mit Steuergeldern die Hochschulen, Projekte ,Entwicklungen, etc. finanzieren - wenn es aber um die kommerzielle Umsetzung geht, versagt man auf höchster Ebene. So geschehen schon mehrmals in der Vergangenheit.

  • Max Bucher am 06.01.2011 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftliches Denken wäre hier angebracht

    Die ETH könnte ja auch einmal versuchen ein Teil der Kosten die sie generiert auch wieder rein zu holen. Nobles Denken in Ehren, aber solche Chanchen verpassen und jedes Jahr mehr Geld fordern geht irgendwie nicht auf. Der Steuerzahler soll dann die hightech Spielwiese uneingeschränkt subventionieren. Es ssteht ja nirgens geschrieben dass die ETH dann Millarden fordern muss wenn jemand das Projekt weiterentwickelt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schmunzler am 06.01.2011 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Polytechnikum (heute ETH) und Einstein

    Einstein erhielt im Juni 1902 eine Festanstellung beim Schweizer Patentamt in Bern. Nach seinem Diplom 1900 als Fachlehrer für Mathematik und Physik am Polytechnikum - bewarb er sich erfolglos an dieser Hochschule für eine Assistentenstelle.

  • Peter S. am 06.01.2011 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    nichts neues

    solche parks gibt es schon im kleinen still und sind bekannt seit den 70er Erdbeben und wie auch starke winde sind nach wie for ein grosses problem. nichts neues !

  • Hans-Peter am 06.01.2011 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Warum kommen wohl die Chinesen in die CH

    Die Chinesen sind Schlau genug,und machen jetzt das grosse Geld. Die Schweiz hat einmal mehr das Nachsehen / das Ziel verschlafen und auch das Forschungsgeld ist futsch. Wann entlich sieht die Schweiz ein, das sie nur ein Mittel zum Zweck sind.

  • Mi am 06.01.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja mal typisch..

    Hallo? Muss die Schweiz denn immer erst ans Geld denken? Genau mit dieser Einstellung behalten wir unser Bünzli-Klischee. Während uns das Öl ausgeht, wird lieber über den Verlust einer evtl. Geldquelle gejammert, statt sich darüber gefreut, dass man eine viel bessere Möglichkeit gefunden hat, um Energie zu gewinnen..

  • Jörg am 06.01.2011 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Standort Wettbewerb

    Die Schweiz hat nichts zu bieten als Tourismusregionen, Dienstleistungen, ein bisschen Produktion und v.a KnowHow. Wenn wir mit Steuergeldern richtigerweise in KnowHow investieren und Top Universitäten daraus erwachsen, dann wäre es nicht mehr als sinnvoll, wenn die Schweiz daraus etwas profitieren könnte - auch im monetären Sinne. Ich bin nicht bereit, durch die Öffentlichkeit finanzierte Top-Forschungsergebnisse einfach aus Ideologie an den Weltmarkt zu verschenken. Gerade China wird sowieso durch immense Produktionskapazitäten eine Wirtschafts- und politische Weltmacht werden.