Perugia

19. Juni 2011 21:25; Akt: 20.06.2011 08:25 Print

Mafiaboss entlastet Amanda Knox

Unterstützung für den sogenannten «Engel mit Eisaugen». Im Berufungsverfahren gegen die in Italien wegen Mordes verurteilte US-Studentin Amanda Knox haben zwei Zeugen die Angeklagte entlastet.

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Meredith Kercher (Bild) ist laut Kriminellen nicht von Amanda Knox, dem «Engel mit Eisaugen», ermordet worden. (Bild: AP)

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Die 23-jährige Knox und ihr italienischer Ex-Freund Raffaele Sollecito hätten mit dem Mord an der britischen Studentin Meredith Kercher 2007 nichts zu tun, sagten die beiden Kriminellen Mario Alessi und Luciano Aviello vor dem Berufungsgericht im mittel­italienischen Perugia aus.

Ein Freund des ebenfalls wegen des Mordes verurteilten Afroitalieners Rudy Guede habe Kercher getötet, sagte der wegen Mordes an einem Kind verurteilte Alessi. Dies habe Guede ihm im Gefängnis erzählt. Alessi hatte dies bereits der Polizei gesagt; Guede selbst dementierte die Angaben. Er wurde wegen seiner Rolle bei der Ermordung von Knox in einem weiteren Verfahren 2008 zunächst zu 30 Jahren Haft verurteilt, in einem Berufungsverfahren wurde die Strafe auf 16 Jahre reduziert. Aviello, ein Boss der neapolitanischen Mafia Camorra, sagte seinerseits am Samstag aus, sein Bruder habe Kercher bei dem Versuch, ein Gemälde zu stehlen, getötet.

Die aus Seattle stammende Knox und Sollecito waren im Dezember 2009 wegen Mordes an Kercher zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das 21-jährige Mordopfer aus Grossbritannien war Anfang November 2007 halb nackt und mit durchschnittener Kehle in dem Haus gefunden worden, das sie gemeinsam mit Knox und zwei Italienerinnen in Perugia bewohnte. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wurde sie ermordet, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen.

(20 Minuten)