20 Kilo abgenommen

11. Mai 2019 09:27; Akt: 11.05.2019 09:27 Print

Mann trinkt 46 Tage lang nur Bier

Zur Fastenzeit keine feste Nahrung zu sich zu nehmen, ist nichts Aussergewöhnliches. Ein Amerikaner verlieh dem Fasten dieses Jahr allerdings einen etwas anderen Dreh.

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Bier ist beliebt. Doch nicht alle wissen so genau, was sie sie da eigentlich trinken. Diese Bildstrecke soll das ändern. Erfunden haben das Bier vor rund 6000 Jahren die Sumerer. Das zeigen Abbildungen biertrinkender Personen aus der Zeit von etwa 3000 vor Christus. Die älteste überlieferte Bierschankordnung der Welt enthält der sogenannte Codex Hammurapi , der auf den sechsten König der 1. Dynastie von Babylon zurückgeht. Ein Punkt darin: «Bierpanscher werden in ihren Fässern ertränkt oder so lange mit Bier vollgegossen, bis sie ersticken.» Bis ins Mittelalter war das Brauen Frauensache. Die ersten männlichen Brauer waren Mönche. Sie wollten ein nahrhaftes Getränk zu ihren Mahlzeiten. Denn Trinken war auch in der Fastenzeit erlaubt. Als ältestes Braukloster gilt das in St. Gallen, das ganze drei Brauhäuser unter seinen Fittichen hatte. Im Jahr 1516 erliess Herzog Wilhelm IV. von Bayern das deutsche Reinheitsgebot. Dies besagte, dass zum Brauen von Bier einzig Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden durften. Es sollte den Weizen als Getreide für Brot schützen. Die Hefe kam erst später hinzu. Um 1885 hatte in der Schweiz das Bier den Wein als Nationalgetränk endgültig verdrängt und unter den 530 Brauereien begann sich mit den technischen Errungenschaften ein harter Konkurrenzkampf auszubreiten. Die kleinen Brauereien hatten gegenüber den grossen aus Kostengründen das Nachsehen. Vor 200 Jahren wurde London von Bier überflutet: In der Brauerei Horse Shoe Brewery brachen am 16. Oktober 1814 riesige Bierfässer mit fast 1,5 Millionen Litern Inhalt. Das Bier strömte auf die Straße und zerstörte einige Häuser, mindestens sieben Menschen kamen damals ums Leben. Der Biergarten entwickelte sich aus den Bierkellern des frühen 19. Jahrhunderts. Das damals verbreitete untergärige Bier war wärmeempfindlich. Es musste bei niedrigen Temperaturen gebraut und gelagert werden. Um auch im Sommer Bier ausschenken zu können, stellten die Brauer Bänke und Tische auf die Wiesen direkt vor ihren Keller - der Biergarten war geboren. Im Sommer 1922 wurde das erfunden, was hierzulande Panaché heisst. Der Münchner Wirt Franz Xaver Kugler erwartete rund 13'000 Velofahrer. Weil er befürchtete, dass seine Biervorräte nicht reichen würden, streckte er das Bier für die durstigen Radler mit Limonade. Das Gemisch kam an und das Radler war erfunden. Die erste Bierdose - die erste Getränkedose überhaupt - wurde 1933 in den USA vorgestellt. Abfüller war die Brauerei Gottfried Krueger Brewing Company. Weil die Resonanz positiv war, kamen die Büchsen am 24. Januar 1935 in den Handel. Diese hatten noch keinen integrierten Verschluss, sondern mussten mit einem spitzen Werkzeug angestochen werden. Wer schnell beruflichen Erfolg haben möchte, sollte ab und an mit dem Chef ein sogenanntes Karrierebier trinken gehen. Denn Arbeitnehmer, die das regelmässig tun, verdienen laut schottischen Forschern rund ein Sechstel mehr als ihre enthaltsamen Kollegen. Das stärkste Bier der Welt hat einen Alkoholgehalt von 67,5 Prozent und heisst «Snake Venom». Es kommt von der schottischen Brauerei Brewmeister. Trotz des hohen Alkoholgehalts schmeckt es vor allem hopfig und malzig. Probieren kann man es nicht mehr: Es ist ausverkauft. Wie jedes Getränk lindert auch Bier Erkältungssymptome - wenn es aufgewärmt wird. Hinzu kommt, dass es müde macht und beim Einschlafen hilft. Aber sobald die Wirkung nachlässt, entsteht eine Art Entzug. Man schläft schlechter, wacht immer wieder auf und ist am nächsten Tag gerädert. Deshalb besser: Finger weg! Stillende Mütter, die nicht genug Milch produzieren, sollten es mal mit einem alkoholfreien Bier versuchen. Denn die Gerste fördert die Produktion von Porlaction, einem Hormon, das die Milchproduktion in Gang setzt. Zudem sorgt der hohe Hopfenanteil für mehr Ruhe und Gelassenheit. An den oft dicken Bäuchen von fleissigen Biertrinkern ist das Bier nur bedingt schuld. Es besitzt zwar Kalorien, aber nicht so viele, dass es ins Gewicht fallen würde. Schuld daran ist einzig das Essen. Denn Bier regt den Appetit an.

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Der Amerikaner Del Hall ist Mitte vierzig und war unzufrieden mit seinem Gewicht. Da kam ihm eine ungewöhnliche Diät-Idee: Während der diesjährigen Fastenzeit gelobte er, vollkommen auf feste Nahrung zu verzichten und ausschliesslich Bier zu sich zu nehmen.

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Die Idee kam ihm, da er vernommen hatte, dass dies im 17. Jahrhundert ein beliebter Brauch bei Mönchen war. «In Deutschland brauten die Ordensbrüder oft ihr eigenes Bier. Während der Fastenzeit brauten sie dann eine besonders deftige Sorte, die sie auch ‹flüssiges Brot› nannten», sagt Hall gegenüber dem Newsportal «Local12». Davon habe er sich inspirieren lassen.

Die Diät ist nicht zu empfehlen

Tatsächlich nahm der Amerikaner dann täglich bis zu fünf Gläser Bier zu sich und ass nichts. Ausserdem liess er sich regelmässig von einem Arzt untersuchen, der ihm auch Vitamine verschrieb. Grundsätzlich empfehle der Arzt diese Art von Diät allerdings nicht. Bier habe vor allem leere Kalorien, die für den Körper keine Nährstoffe liefern, ganz zu schweigen von den negativen Folgen des Alkohols.

Hall zeigt sich mit seiner Diät allerdings zufrieden. Nach dem Ende der Fastenzeit hatte er rund 20 Kilogramm abgenommen. «Ich war mir nicht sicher, ob ich dieselbe Reaktion wie bei einer normalen Fastenzeit erleben würde, aber es war tatsächlich so. Ich habe mich gefühlt, als sei ich wieder 20 Jahre alt», erzählt er.

«Ich habe überlebt!»

Viele seiner Bekannten haben ihn als verrückt bezeichnet. «Aber ich habe überlebt! Jetzt weiss ich, dass ich einen guten Durchhaltewillen habe und ich bin stolz, dass ich es durchziehen konnte.» Er sei sehr übergewichtig gewesen und es freue ihn, zu sehen, dass er sich zusammennehmen könne.

Er habe sich lange überlegt, welches seine erste feste Nahrung nach dem Fasten sein sollte. Schliesslich entschied er sich für Guacamole. «Es war die beste Guacamole, die ich jemals gegessen habe.» Dazu gab es natürlich ein Bier.

(doz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • GoatsForFree am 11.05.2019 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Motiviert

    Vielleicht ist man(n) mit einer Bier Diät eher motiviert, als mit Müesli und Salat.

  • Braui Ross am 11.05.2019 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mundspühlung

    Täglich 5 Gläser Bier ist doch nicht viel. Das machen andere das ganze Jahr.

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  • leser am 11.05.2019 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    danke dür den wertvollen bericht

    gerne möche ich ihn nach 9 Monaten nochmals sehen. denn unser menschlicher körper ist nicht dumm.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • popi am 12.05.2019 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    46 Tage nur Bier

    Also entweder jeden Tag alkoholisiert arbeiten gehen oder arbeitslos sein... vielleicht sollte der Mann auch daran etwas ändern.

    • C.Käser am 14.05.2019 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Dafür gibt es

      die bleifreie Variante Bier mit sonst gleichen Inhaltsstoffen.

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  • Riichä Richi am 12.05.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genuine Draft

    Kennt ihr Miller Bier ? Das ist für mich Wasser in Flaschen :-)

    • Peter Ineichen am 12.05.2019 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Riichä Richi

      Nein, ich kenne Miller Bier nicht. Weshalb die Frage?

    • Riichä Richi am 12.05.2019 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Ineichen

      Weil ich es wie Wasser trinke

    • der Biertrinker efz am 15.05.2019 10:07 Report Diesen Beitrag melden

      Coop?

      Wo kann man das kaufen Sir Richi?

    • Riichä Richi am 15.05.2019 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @der Biertrinker efz

      Grössere Coop Supermärkte

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  • C. Ardinal am 12.05.2019 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sage ich schon immer....

    ich ernähre mich seit meinem 16 Lebensjahr ausschliesslich von Bier, binn dürr wie eine Bohnenstange, aber habe ständig einen roten Kopf. Da ich bereits 72 Jahre alt bin, muss ich davon ausgehen, dass das richtig gesund war....acht ja....leider konnte ich da ich immer blau war nicht arbeiten....was ja auch gesund ist....daher lebe ich von der Stütze....ich danke allen Steuerzahlen die dieses Lebensmodel mitfinanzieren..

  • Bschiss am 12.05.2019 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Mann....

    ..... hat schon das 6. und nix abgenommen!!!

  • wurks am 12.05.2019 06:03 Report Diesen Beitrag melden

    Fett ist nicht "in"

    Fett ist fürchterlich unbeliebt. Aber Fett ist lebensnotwendig, das wird oft vergessen. 46 Tage nur Bier - und Bier enthält halt kein Gramm Fett. Dabei riskiert man Gallensteine, weil die Gallenblase nur entleert wird, wenn fetthaltige Nahrung kommt. Dazu trockene, rissige Haut und Vitaminmangel, weil viele Vitamine fettlöslich sind.