Vermisste Schweizerin

18. Februar 2011 13:23; Akt: 18.02.2011 14:56 Print

Maria K.s Leiche gefunden

von Annette Hirschberg - Der Fall von Maria K. aus Rotkreuz könnte schon bald geklärt sein. Im deutschen Mansfeld wurden Leichenteile gefunden – ganz in der Nähe des letzten Wohnorts von Gabor S., dem Hauptverdächtigen.

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Maria K. in jungen Jahren. Vermutlich hat Gabor S. sie auf dem Gewissen.

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Am 9. Februar haben Forstarbeiter in einem Waldstück bei Rammelburg, einem Stadtteil von Mansfeld in Sachsen-Anhalt, Leichenteile gefunden. Gemäss Gerüchten in Rammelburg soll der Kopf einer Frau in einer Schweizer Einkaufstüte gefunden worden sein, heisst es in der «Mitteldeutschen Zeitung». Die Staatsanwaltschaft von Mansfeld bestätigte, dass es sich bei der Toten um die seit 2007 vermisste 47-jährige Schweizerin Maria K. handelt.

Damit verdichtet sich ein schrecklicher Verdacht. Mansfeld ist der letzte Wohnort von Gabor S. Der heute 39-jährige Automechaniker, der 2008 an seinem Wohnort eine 76-jährige Rentnerin und deren Hausarzt getötet hat, wird schon länger verdächtigt, auch die im Juni 2007 aus Rotkreuz ZG verschwundene Maria K. auf dem Gewissen zu haben. Gabor S. hatte vor den beiden Morden in Deutschland in Altstätten SG gelebt und dabei übers Internet Maria K. kennengelernt. Nach einem fröhlichen Abend in ihrer Wohnung - vermutlich mit Gabor S. - blieb sie für immer verschwunden.

Handy und EC-Karte in Deutschland

Die letzten Spuren der alleinerziehenden Mutter eines damals 10-jährigen Knaben führten direkt zu Gabor S. Kurz nach dem Verschwinden von Maria K. verliess dieser überstürzt die Schweiz in Richtung Deutschland und ging dort mehrmals mit der EC-Karte von Maria K. einkaufen. Auch ihr Handy wurde in Deutschland geortet. Die Schweizer Behörden befragten Gabor S. damals in Deutschland. Da die Leiche aber fehlte, reichten die Indizien für eine Auslieferung in die Schweiz nicht.

Nach dem Doppelmord im Juni 2008 in Deutschland floh Gabor S. wiederum in die Schweiz und wurde zwei Tage nach seiner Tat in einem Berner Biergarten verhaftet. Vor einem Jahr wurde ihm in Halle D der Prozess gemacht. Gabor S. wurde zu lebenslanger Haft und anschliessender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

Doch nicht in den Rhein geworfen

Den Mord an Maria K. hatte Gabor S. stets bestritten. Zuletzt behauptete er aber, es habe einen Unfall gegeben und er habe Maria K. in eine Decke gewickelt und in den Rhein geworfen. Weil Gabor S. in Altstätten wohnte, vermutete man bereits 2007, er habe die Leiche im Rhein entsorgt. Im Dezember 2007 war der Fluss darum mehrere Tage lang nach einer Leiche abgesucht worden – ohne Erfolg. Nun könnte die Frage nach dem Mörder der 47-jährigen Mutter definitiv geklärt werden. Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd teilt im Communiqué mit: «Die Ermittlungen zur Todesursache dauern an. Es läuft eine intensive Zusammenarbeit mit den Schweizer Kollegen.»